EIN BLICK INS NEUE KINDERZIMMER



So sehr wir uns auf die neue Wohnung gefreut haben, so schwer ist uns auch der Abschied gefallen – vor allem Fanny. Damit es ihr ein bisschen leichter fällt sich einzuleben, haben wir den Umzug genutzt, um aus ihrem Zimmer ein Schulmädchen-Zimmer zu machen. Als ich sie gefragt habe, was sie toll fände, wünschte sie sich: etwas Knallgelbes, einen Platz für alle Lieblingskuscheltiere und eine geheime Geheimhöhle. Herausgekommen ist dabei dies:


1. Das Regenbogen-Bild, das Einhorn (von dem man nur die Mähne sieht) und die Kakteen sind allesamt von Meri Meri und zum Beispiel hier zu kriegen oder hier

2. Der Betthimmel ist von Numero 74 – wir haben ihn hier gefunden, in Weiß scheint es ihn gerade nicht mehr zu geben. Ich war mir erst nicht sicher, ob sich diese Investition wirklich lohnt, aber Fanny liebt den Himmel mit seiner Lichterkette und dass er ihr Bett zu einer Höhle macht, sobald sie den Vorhang zuzieht.

3. Das Setzkasten-Haus von H&M ist hier zu finden. Darin haben die gesammelten Spaziergang-Schätze, ihre Lieblingsplaymobilfiguren und ein paar Muscheln und Steine Platz.

4. Das Ikea-Bett gibt es hier.

5. Den Teppich hier.

6. Das Wolkennachtlicht von A Little Lovely Company habe ich hier entdeckt. Vertreibt ziemlich gut Monster.

7. Die Ikea-Holzkisten, die ich Gelb angemalt habe, sind hier zu bekommen, in groß und klein. Das Leuchtgelb hat sie sich selbst ausgesucht, es heißt (wenn ich mich richtig erinnere) Schwefelgelb.

8. Die Wandfarbe heißt Dimpse und ist von Farrow & Ball. Ein helles Grau, das den Raum sehr groß wirken lässt. Laut Beschreibung soll Dimpse aussehen wie die Farbe der Dämmerung. Mich erinnert sie eher an die Luft am Meer. *

9. Die Deckenlampe ist auch von Ikea und einfach mit großen, schwarzen Klebepunkten beklebt (online nicht zu kriegen, aber im Laden gab es noch welche).

10. Den Leuchtbuchstaben habe ich bei Victoria met Albert gefunden.

11. Das Mini-Kommode auf dem Schreibtisch ist auch von Ikea, gelb angemalt und hier zu finden. 

12. Die kleinen Schneekugeln haben wir auf unseren Reisen gesammelt, eine aus jeder Stadt, die wir besucht haben.

13. Die Papiergirlande über dem Bett haben wir zusammen gebastelt. Mit Seidenpapier von hier

14. Die Puppe habe ich zusammen mit der Puppenmacherin Maria Ribbeck gemacht. Sie heißt Lotte und wird sehr geliebt.

15. In unserem Flur steht jetzt ein großes Regal mit allen Kinderbüchern, aber neben dem Bett ist noch Platz für ein paar Lieblingsvorlesebücher. Gerade sind das: „Die kleine Hexe”, „Armstrong”, „Pluck mit dem Kranwagen”, „Geronimo Stilton: Fantasia ruft” (vor allem wegen der Duftseiten, die gruseligeren Seiten überspringen wir noch)  und „Polly Schlottermotz” (bald dann auch Band 3!).

PS: Da ich immer wieder Fragen zum Haustauschen gestellt bekommen, dachte ich mir, ich schreibe hier mal ein wenig ausführlicher darüber. Falls ihr also bestimmte Fragen habt, schreibt sie gerne in die Kommentare oder schickt mir eine Email an: postanslomo(at)googlemail(dot) com

Kommt gut ins Wochenende!

* Einen Teil der Wandfarbe habe ich von Farrow & Ball zur Verfügung gestellt bekommen. 

PARIS-TIPPS: EIN SPAZIERGANG DURCH DAS MARAIS
(UND EINE PLAYLIST GEGEN DAS FERNWEH)

Wir waren schon so oft in Paris und reisen doch immer in eine andere Stadt. Ein Nebeneffekt des Haustauschens: Wir wohnen jedes Mal in einem anderen Viertel – meistens in einem, in das wir sonst wohl nie gekommen wären. Und plötzlich ist die Stadt voller Zuhauses (was die Paris-Liebe nur noch größer macht). Dieses Mal haben wir mitten im Marais gewohnt, einem Viertel, das ich schon vorher sehr mochte, aber erst dieses Mal so richtig kennengelernt habe. Auch weil wir fast die ganze Zeit nur in unserer Nachbarschaft geblieben und herumspaziert sind, mal nach rechts, mal nach links, mal Fanny hinterher. Eine Paris-Woche ganz ohne Eiffelturm und Sacré-Cœur, was merkwürdig, aber auch sehr schön war. Hier sind ein paar Lieblingsadressen dieser Woche – einige alte, auch ein paar neue. Ein paar der aufgezählten Orte liegen genau genommen nicht mehr im Marais. Ich habe sie trotzdem aufgeschrieben, weil ich es schade gefunden hätte, sie nicht zu beschwärmen. C´est parti. Auf einen Spaziergang durch das Marais.
   




Ich habe sie hier schon einmal empfohlen und würde es immer wieder tun, denn die kleinen Windbeutel schmecken so toll wie sie aussehen. Und bei Sonnenschein auf einer Parkbank zu sitzen und mit Passionsfruchtcrème gefüllte Windbeutel zu naschen, macht einen sehr weltversöhnt.
29 rue Debelleyme, 75003 Paris.

Ein wirklich hübscher Coffeeshop mit wirklich netten Menschen hinter der Theke und wirklich gutem Kaffee (wobei ich hier sicher nicht als Expertin spreche). 
54 rue de Saintonge, 75003 Paris.

Das wahrscheinlich meistfotografierte Café von Paris. Dass es hier immer voll ist, liegt aber auch daran, dass es hinter der hübschen, hellblauen Fassade ganz hervorragenden Kaffee gibt.
19 Rue du Pont aux Choux, 75003 Paris.


Jedes Mal, wenn ich in Paris bin, gehe ich im Café Charlot essen. Keine Ahnung, warum ich mich ausgerechnet in dieses Café verknallt habe, im Grunde ist es ein Café, wie man es in Paris an jeder zweiten Ecke findet. Vielleicht mag ich es deshalb so. Es ist einfach durch und durch französisch. Und perfekt, um den Parisern beim Vorbeigehen zuzusehen.
38 rue de Bretagne, 75003 Paris.

Bontemps
Eine kleine, feine Patisserie, in der man sich eine Box voller Köstlichkeiten für ein Picknick im Square du Temple besorgen kann – einen kleinen Park mit Spielplatz direkt gegenüber.

In diesem zauberhaften Café haben Fanny und ich unseren „Nur wir zwei”-Nachmittag bei heißer Schokolade verbracht. Wir hatten den schönsten Tisch, direkt am Fenster, und wenn ich an unsere Ferienwoche zurückdenke, fällt mir immer zuerst dieser Nachmittag ein. 
76 rue des Tournelles, 75003 Paris.


Die Schlange in dieser Bäckerei geht gerne mal bis raus auf die Straße, aber das Anstehen lohnt sich. Ich habe das Pain de Sucre, die Focaccia und die Chouquettes probiert und am nächsten Tag gleich Nachschub gekauft. Eine wirklich gute Bäckerei in einer an guten Bäckereien wirklich nicht armen Stadt.
14 rue Ternaux, 75011 Paris.



Marché des Enfants Rouge
Kein Spaziergang durch das Marais ohne einen Besuch auf dem ältesten Markt von Paris. Rumbummeln, schauen, für ein Picknick einkaufen. Obst, Gemüse, Blumen, Couscous und wenn man gerade Lust auf einen Burger hat: einen verdammt guten Burger.
39 rue de Bretagne, 75003 Paris.









Dieses Mal haben wir ganz in der Nähe von Merci gewohnt, was dazu geführt hat, dass ich fast täglich in diesem Concept Store vorbeigeschaut habe. Albern, klar, aber auch sehr glücklich machend, weil ich in letzter Zeit selten dazu gekommen bin, mal in Ruhe nach schönen Dingen zu stöbern und davon gibt es hier unendlich viel: Kleidung, Küchenkram, Kosmetik, Seifen, Lampen, Magazine oder Leinenbettwäsche. Und die kleinen Armbänder, die mir bisher immer viel Glück gebracht haben.
111 Bd. Beaumarchais, 75003 Paris.



Im dunkelblau gestrichenen Laden des französischen Labels Soeur, das sich die beiden Schwestern Domitille und Angélique Brion ausgedacht haben, bekommt man sehr lässige T-Shirts und Sweatshirts, Pullis und Taschen. Mir haben es vor allem die Baumwolltücher und butterweichen Blusen angetan, die ich seit letztem Sommer ständig trage. Immer diesen Schnitt. 
12 Bd. des Filles du Calvaire, 75011 Paris.

Die Kindermode von Bonton ist zauberhaft, die Preise sind aber happig. Deswegen kaufe ich zusammen mit Fanny in der Filiale gleich neben Merci am liebsten hübschen Kleinkram zum Spielen und fürs Kinderzimmer. Hinterher setzen wir uns Perücken auf und machen Quatschbilder im Passfoto-Automaten, wir haben schon eine ordentliche Sammlung.
5. Boulevard des Filles du Calvaire, 75003 Paris.


Hier gibt es unvernünftig schöne Hefte, Karten, To-do-Listen, Kalender und Blöcke, dazu Schreibtischzubehör wie Radiergummis oder Stifte.
5 Rue des Filles du Calvaire, 75003 Paris.


Mit Wörtern bestickte Ringelshirts, Hemden und Sweatshirts. Auf meinem steht „Liberté”, auf dem von Fanny „Petit Biscuit”. Ich habe sie zur Geburt von Hedi geschenkt bekommen, seitdem sind meine anderen Ringelshirts muffig. Ich kann ihre Eifersucht verstehen.
24 rue de Poitou, 75003 Paris.

Die Auswahl in diesem Laden ist klein, dafür aber besonders schön: Keramik, Gläser, Besteck und Kissen. Ich ärgere mich immer noch, dass ich mir keinen der Becher gekauft habe, die ich immer wieder in der Hand hatte, aber ich komme ganz bestimmt wieder.
10 rue du Pont aux Choux, 75003 Paris.



Hier bekommt man Papier aus Japan und eine große Auswahl an Origiami-Papieren. Dazu Girlanden mit kleinen Papiersternen oder Kranichen, auch zum Selberbasteln, Masking-Tape und Sticker.
54 Bd Richard Lenoir, 75011 Paris.

Sessùn
Sehr hübsche französische Mode. Es gibt auch einen Laden in Berlin, diesen halte ich trotzdem für erwähnenswert, weil es hier eine ganz fabelhafte Beratung gibt und ich es so mag, Dinge im Kleiderschrank zu haben, bei denen man immer an einen schönen Urlaub zurückdenkt.
6 rue du Pont aux Choux, 75003 Paris.

La Tresorerie
Noch so ein Laden, den ich gerne eingepackt und mitgenommen hätte. Die Seifenschalen, Einweckgläser, Teekannen und Sofadecken, die man hier bekommt, sind schlicht und schön und genau mein Fall. Zum Laden gehört auch das sehr hübsche Café Smörgås, das ich mir schon fürs nächste Mal vorgemerkt habe.
11, rue du Château d´Eau, 75010 Paris.

Ein zauberhafter Kinderladen voll kleiner und großer Schätze: Deko, Spielzeug, Lampen, Kindergeschirr und Geburtstagsdekoration und hübsche, taschengeldfreundliche Kleinigkeiten.
14 rue de Charonne, 75011 Paris.

Gleich um die Ecke findet man den Einrichtungsladen Ailleurs, den ich schon lange auf Instagram angeschmachtet hatte. Als ich dann endlich da war, hatte er geschlossen. Manchmal hilft es ja, sich vorher die Öffnungszeiten anzusehen. Vielleicht war das aber auch ganz gut so, wahrscheinlich hätte ich hier viel zu viel Geld ausgegeben.
17 rue Saint Nicolas, 75011 Paris.

Fürs nächste Mal vorgemerkt:
* Candelaria
Jacques Genin

Alle Adressen habe ich euch auf dieser Karte zusammengefasst.


Und falls ihr jetzt auch gerade ein wenig Fernweh habt, ist hier die Playlist, die ich gerade gerne höre: One Week in Paris.


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NEUES (UND ALTES) FÜR DIE WÄNDE: NEUN LIEBLINGSPRINTS


Das Schöne an einem Umzug: Man mistet endlich mal richtig aus. Und hat einen Vorwand, die Wände neu zu behängen. Hier sind ein paar Prints, die mir gut gefallen – vielleicht seid ihr ja gerade auch auf der Suche.

1) „Green Leaves” von Desenio. Seit unserem Umzug bin ich total pflanzenverknallt. Ich habe mir ein paar Töpfe zugelegt und dann noch ein paar mehr. Und freue mich jeden Tag über sie. Über meinem kleinen Garten hängen diese grünen Blätter.
2)  „Leaf lines (blue)” von Silke Bonde. So schön zart.
3) „Black &” von Desenio. Ich mag Unds, deswegen hängt dieses über meinem Schreibtisch.
4) „Tiger” von Fine Little Day. Diesen Tiger habe ich beim Rumstöbern auf Ink + Olive entdeckt. Jetzt bewacht er unser Schlafzimmer.
5) „Monstera Three” von Desenio. Ich sag ja: pflanzenverknallt.
6) „Above the Clouds” von Christoph Abatzis über Junique, weil Wolkengucken immer eine gute Idee ist.
7) „Finds” von Fine Little Day. Diese Fundstücke erinnern mich an die Dänemark-Urlaube meiner Kindheit, die wir hauptsächlich damit verbrachten, Schätze zu sammeln. Vom Wasser abgeschliffene Scherben, besonders runde oder pechschwarze Steine, manchmal auch einen klitzekleinen Bernstein. Meine Sammlung sah allerdings nie so hübsch aus.
8) Das „Enjoy it” von Petersen hängt schon lange an meinen Wänden und findet immer wieder einen neuen Platz.
9) „In voller Blüte” von Lumelena. Für immer blühende Rosen, weil ich die leise Melancholie dieses Bildes sehr mag.

Was hängt denn an euren Wänden? 
Kommt gut in die Woche!
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DER APRIL UND DER MAI 2017
(UND WAS SIE GUT GEMACHT HAT)


WAS LOS WAR
Der April begann mit meinem Geburtstag. Dann sind wir für eine Woche nach Paris gefahren. Eine Reise, die wir ausgemacht hatten, bevor wir wussten, dass wir umziehen. Erst habe ich geflucht. Wer verreist bitte eine Woche vor einem Umzug (und zwar als Haustausch – also ohne Kisten packen zu können, die Gäste sollen es ja gemütlich haben)? Am Ende war diese Woche wohl das Beste, das uns passieren konnte. Ein großes Atemholen vorm Umzugsmarathon. Von all den schönen Paris-Reisen vielleicht die schönste, weil wir uns einfach haben treiben lassen. Dann der Umzug, der weniger chaotisch war, als befürchtet (vor allem, weil wir so tolle Unterstützung hatten). Jetzt leben wir uns langsam ein, finden neue Rituale und Lieblingsplätze und legen uns in die Badewanne. Was für verrückte, kräftezehrende, fantastische zwei Monate.

DAS BESTE AN DER NEUEN WOHNUNG
Ach, so vieles, auch wenn die alte Wohnung eine so große Liebe war. Sie ist unglaublich hell. Morgens scheint die Sonne in die Küche, am Abend durch die Balkontür auf meinen Schreibtisch. Überhaupt: dieser Schreibtisch. Er ist groß und steht vorm Fenster und vor dem Fenster steht ein Baum und am Ende der Straße gibt es eine Wohnung, in der spät nachts auch immer noch das Licht brennt. Und erwähnte ich schon die Badewanne? 

SCHÖNSTER MOMENT
Als Fanny mich mit geschlossenen Augen in die Küche geführt hat, wo ein riesiger Kuchen mit Kerzen stand, und dann alle Geburtstagslieder gesungen hat, die sie kannte. Als wir am ersten Morgen in Paris bei offenem Fenster in der Küche saßen und Pains au chocolat futterten. Als das Wohnzimmer dunkelblau gestrichen war und ganz genau richtig aussah. Als ich am ersten Morgen in der noch vollkommen chaotischen Wohnung aufwachte und dachte: doch, das war die richtige Entscheidung. Als Hedi plötzlich sitzen konnte.

EIN GEGENSTAND, VON DEM ICH NICHT WUSSTE, DASS ICH IHN JE BRAUCHEN KÖNNTE UND DEN ICH JETZT NICHT MEHR MISSEN MÖCHTE
Der Aromadiffusor von Muji – das Geburtstagsgeschenk meiner Eltern. Immer in Benutzung, wenn Hedi gerade nicht in der Nähe ist. Jedes Mal, wenn ich ihn anstelle, macht er mich ruhig und friedlich. Und dieser Duft.

AUS PARIS MITGEBRACHT

GERNE GEGUCKT
„So isst Israel” – eine dreiteilige Dokumentationsreise von der Wüste Negev nach Jerusalem. Erzählt von Tom Franz, einem unglaublich sympathischen Rheinländer, der die israelische Version von „Masterchef” gewonnen hat. (Hier ist ein Interview mit ihm über die Küche Israels.)

GERNE GEHÖRT

GERNE GEKLICKT
Diese Geschichte über einen 15-jährigen Schüler und seinen Newsletter: „Wake Up to Politics”. 
Eine Frau und ihr Notizbuch. Ich liebe meines auch so sehr (und benutze es jeden Tag). 
* Den Instagram-Account von Catherine Dupon. Was für ein Stil.   
* Wie gerne hätte ich dieses Buch.
* „To be happier, focus on what´s within your control.”

NOCH NICHT GEGUCKT, GELESEN, GEHÖRT (WAS HOFFENTLICH NACHGEHOLT WIRD, SOBALD ICH DAZU KOMME)
* Ich habe viel Gutes von der Fernsehserie „This Is Us” gehört. Habt ihr schon mal reingeschaut?
* Noch eine Serie, die auf meiner Liste steht: „Big Little Lies”. (Wobei diese Kritik nicht gerade euphorisch klingt).
* Und endlich: „Alles inklusive” von Mareice Kaiser. 

Wie waren die letzten zwei Monate für euch? Ich hoffe, ihr habt viel Schönes erlebt.
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MACHERINNEN: FARROW & BALL-KREATIVDIREKTORIN CHARLOTTE COSBY IM GESPRÄCH ÜBER QUEREINSTIEGE, DEN CHARAKTER VON FARBEN UND DIE NEUESTEN TRENDS





Die Wände in allen meinen Wohnungen waren immer weiß. Bis auf das Kinderzimmer in der letzten Wohnung, das in einem so hellblauen Hellblau gestrichen war, dass es eher die Ahnung einer Farbe war als wirklich eine. Vielleicht liegt es am Umzug oder mir ist ein Mut gewachsen, den ich bisher nicht hatte. Vielleicht habe ich auch einfach nur zu lange auf die Farrow & Ball-Farbkarte gestarrt. Auf der stehen 132 Farben, die Elephant´s Breath oder Yellowcake heißen und die so aussehen, dass man unbedingt wissen will, wie es sich in Räumen leben würde, die mit ihnen gestrichen sind. Von Wänden umgeben, auf die ein Elefant geatmet hat. Jedenfalls beschloss ich, dass die Wände in der neuen Wohnung nicht überall weiß bleiben sollen. Dass aus den Rechtecken auf der Farbkarte Räume werden. Bist du dir sicher, fragte er. Ich mich auch, wenn ich den Kopf wieder eingeschaltet habe. An Farben kann man sich übersehen. Und was, wenn sie dann doch nicht gut aussehen. Weiß sieht ja auch schön aus. Außerdem sind die Preise für Farrow & Ball-Farben ganz schön Prada. Aber der Wunsch blieb. Und am Ende siegte die Verknalltheit. Es musste einfach sein. Ich habe uns ein paar Musterdosen gekauft, geschaut, welche Farbe funktioniert und welche nicht, und wie das Licht auf ihnen spazierengeht. Und dann haben wir das Wohnzimmer doch nicht wie geplant Stiffkey Blue, sondern Hague Blue gestrichen (das Dunkelblau war seine Idee und jetzt mag ich es so sehr). Und die Kinderzimmer in Dimpse – einer Farbe, die aussieht wie frische Luft, ganz klar, aber nicht kalt. Und das Bad in Peignoir, einem sehr grauen Rosa oder doch eher rosafarbenen Grau? Jedenfalls: meiner Lieblingsfarbe. Zu meiner großen Freude hat mir Farrow & Ball einen Teil der Farben, die ich dafür brauchte, zur Verfügung gestellt. Und jetzt? Weiß ich, wie wirksam Farbtherapie ist. Als nächstes werde ich unseren Küchentisch streichen. Die Farbe dafür habe ich schon gekauft. Sie ist ein bisschen irre für einen Küchentisch, aber wir können es kaum erwarten. Irgendwann, sobald die Umzugskistenberge abgearbeitet sind, werde ich hier Fotos zeigen. Vorab gibt es jetzt ein Interview mit Charlotte Cosby. Sie ist Kreativ-Direktorin der britischen Firma, die 1946 in Dorset gegründet wurde. Ich habe ihr ein paar Fragen über ihren Job und all die Dinge gestellt, die mir beim Farben-Herumüberlegen in den Kopf kamen. Vielleicht interessiert euch das ja auch...

Sie sind Creative Director bei Farrow & Ball. Wie kommt man an so einen Job? 
Charlotte Cosby: Ich habe an der Uni Management studiert und gleich danach in einer Bank zu arbeiten begonnen – um herauszufinden, dass mich Analysen des Schweizer Marktes nicht wirklich interessieren. Also habe ich meine Sachen wieder gepackt und bei einer Londoner Werbeagentur als Planerin angeheuert – um herauszufinden, dass mich das Kreative viel mehr interessierte. Also habe ich für eine Innenarchitektin und für eine Galerie gearbeitet, bis ich, im zarten Alter von 23, meinen Hafen bei Farrow & Ball fand. Ich fühlte mich wie ein Kind in einem Süßigkeitenladen voller Farben und Muster und beobachte jetzt schon zehn Jahre lang, wie die Marke sich entwickelt.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus? 
Ich habe einen dieser Jobs, in dem kein Tag dem anderen gleicht – was einer der Gründe dafür ist, dass ich ihn so mag. Es kann alles mögliche passieren: das Ausprobieren neuer Designs und Farbkombinationen in unserer Tapetenfabrik, die Suche nach neuen Ideen mit meinem Team, das Beaufsichtigen von Photoshootings für unsere Werbekampagnen oder der Besuch von Designmessen, um neue Trends zu recherchieren. 

Jede Farbe von Farrow & Ball hat ihre eigene Geschichte. Wie beginnt die Entwicklung einer neuen Farbe und wovon lässt man sich dabei inspirieren?
Das Tolle an unseren Farben ist, dass jede von ihnen sich aus einer ganz besonderen Geschichte oder Bedeutung herleitet, die in ihrem Namen angedeutet wird. Wir lassen uns von der Schönheit der Natur inspirieren, von unserem Firmensitz in Dorset, von alten Häusern, beeindruckenden Menschen, sogar vom Hautton von jemandes Backen! Ich bin auch schon mal mit einem Fossiliensammler an der Jurassic Coast unterwegs gewesen, um nach einem Ammoniten-Fossil zu suchen, weil wir überprüfen wollten, ob wir die Farbe richtig getroffen hatten.

Was muss eine Farbe eigentlich haben, damit sie in den Laden kommen darf? Wir sprechen dabei ja über winzige Grade und Nuancen...
Wir führen nur alle zwei oder drei Jahre neue Farben ein, und weil die Entwicklung so lange dauert, ist es jedes Mal richtig aufregend. Wir haben auf unserer Farbpalette immer nur 132 Farben, und das bedeutet, dass sich jede einzelne Farbe ihren Platz wirklich verdienen muss. Wenn eine Farbe bereit ist, auf den Markt zu kommen, hat sie, was alle unsere Farben zu bieten haben – eine unvergleichliche Tiefe und Lebendigkeit.

Als ich das richtige Blau für mein Wohnzimmer suchte, habe ich schnell festgestellt, dass die unterschiedlichen Blaus einen sehr eigenen Charakter haben. Drawing Room Blue ist sehr aufgeräumt, Hague Blue irgendwie erdig und Stiffkey Blue sehr natürlich und sauber. Beim Betrachten der Farbpalette reagierte ich auf jede Farbe sehr spezifisch, und ich habe mich gefragt, wie diese Reaktionen zustandekommen. Können Sie mir beschreiben, wie eine Farbe zu ihrem Charakter kommt? 
Ich glaube, dass Farben ihren entscheidenden Charakter durch die zugrundeliegenden Töne erhalten. Hague Blue hat zum Beispiel Anklänge von Grün und erhält dadurch einen vielseitigeren Reiz und zusätzliche Dramatik, während Stiffkey Blue sich eher wie ein wirkliches Blau anfühlt, in dem keine anderen Farbtöne dominieren. Wir alle sehen Farben unterschiedlich, und Entscheidungen werden oft emotional getroffen, etwa, wenn wir zu bestimmten Farbgruppen oder Tonlagen hingezogen werden. Diese emotionalen Entscheidungen können von den verschiedensten Elementen ausgelöst werden – von Fotostrecken in Magazinen oder von Freunden, die Designtrends folgen. Oft werden sie aber von Unbewusstem ausgelöst, von Erinnerungen an Glücksmomente oder Orten, die wir bereist haben.

Ich mag Farben, hatte aber nie den Mut, meine Wände zu bemalen. Ich möchte beispielsweise unbedingt mein Wohnzimmer in Stiffkey Blue streichen, gleichzeitig habe ich einen Riesenrespekt davor...
Stiffkey Blue hat einen wunderbaren dunkelblauen Ton, der von der Farbe des Schlammes am Strand von Stiffkey inspiriert ist. Es würde jedem Raum mehr Dramatik geben. Es ist eine sehr zeitgemäße Farbe, die eine stylische und doch gemütliche Atmosphäre erzeugt, sei es in einem modernen oder in einem Landhaus. Wenn dich die Vorstellung nervös macht, deine Wände damit zu streichen, würde ich es in einem kleinen Raum ausprobieren, im Badezimmer oder in der Garderobe zum Beispiel, wo Stiffkey Blue aufgrund seiner Blautöne eine intime, stimmungsvolle Atmosphäre erzeugen würde. Für eine fröhlichere Anmutung würde ich die Farbe in Kombination mit Light Blue oder Setting Plaster für eine hervorgehobene Wand verwenden. 

Welche drei Dinge sollte man beherzigen, wenn man die richtige Farbe für seine Wände sucht?
Erstens: Über die Architektur, den Zweck, den Schnitt, die Ausrichtung und vor allem das Licht eines Raumes nachdenken. All das trägt zur Anmutung einer Farbe bei. Zweitens: Die Farben am gewünschten Ort mit einer Musterdose testen, um herauszufinden, wie sie auf die Lichtverhältnisse reagieren. Es gibt kein richtig oder falsch, aber ein Test am Einsatzort sagt einem, ob eine Farbe wirklich zum Raum passt oder nicht. Es ist auch eine gute Idee, mit dem Raum zu beginnen, in dem man am wenigsten Zeit verbringt. Ein seltener benutztes Esszimmer oder ein Badezimmer sind toll, um eine Farbpalette auszuprobieren, weil man dort nicht gleich überwältigt wird und Zeit hat, sich allmählich an sie zu gewöhnen. Und ein kleines Badezimmer in mutigen Farben wie Brinjal, Pelt oder Rectory Red wird schnell zum Gesprächsthema werden.

Apropos Gesprächsthema: Gibt es gerade bestimmte Farbtrends? Und was sind zeitlose Klassiker?
Unsere Farben für das Frühjahr 2017 sind Studio Green, Hay, Radicchio und All White. Diese Farben verbinden dramatische, lebhafte Akzente mit zurückgenommenen und subtilen Tönen und funktionieren sowohl in modernen als auch traditionellen Umgebungen. Neutrale Farben sind immer zeitlose Klassiker. Viele Leute fühlen sich in sorgfältig ausbalancierten Farbumgebungen wohl, aber wir bemerken auch, dass die Menschen bei ihrer Farbwahl immer kühner werden und die Klassiker als Akzent zusammen mit stärkeren Farben verwenden – eine großartige Methode, um Klassisches mit einem Trend zu verknüpfen.



Vermutlich eine schwierige Frage, aber: Welche Farbe spricht Sie gerade am meisten an?
Meine Lieblingsfarbe ändert sich ständig. Im Augenblick liebe ich Hay, diese Farbe hat mich in eine kleine Obsession gestürzt. Sie ist warm und unglaublich zart. Ich glaube, ich muss meine Küche schon wieder neu streichen!

Vielen Dank.

Eine kostenlose Farbkarte gibt es hier. Mehr über die wasserbasierten Farben und ihre Herstellung hier. Habt ein schönes Wochenende!

Dieser Beitrag ist in freundlicher Kooperation mit Farrow & Ball entstanden. Die Meinung über diese Farben ist ganz meine.
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ABSCHIED VON EINER WOHNUNG

Einmal noch durchgehen, einmal noch schauen, die Geräusche hören, einmal noch. Das Knarzen der Dielen. Das Echo jetzt, weil es nichts mehr gibt, das die Schritte oder Worte dämpft. So leer, wie es jetzt ist, war es noch nie.

Als wir vor neun Jahren einzogen, war die Küche schon da. Wir hatten sie von unseren Vormietern übernommen und waren dankbar dafür. Nicht nur, weil wir keinen Herd oder Kühlschrank kaufen mussten, sondern auch, weil wir uns wegen der Küche in diese Wohnung verliebt hatten. Dieser riesige Raum, der so groß war wie ein Wohnzimmer. In den ein Esstisch für acht und zwei Bücherregale passten, ohne dass man danach Platzangst hätte haben müssen. Als wir diese Küche bei der Besichtigung sahen, haben wir sofort gesagt: Hier wollen wir leben. Während die anderen aus der Besichtigungskarawane sich sofort wieder verabschiedeten – der Schnitt der Wohnung war merkwürdig, man merkte ihr an, dass sie aus zwei zusammengelegten Wohnungen bestand, es gab auch keine Badewanne, das Bad war kaum einen Meter breit und das dritte Zimmer so klein, dass es nur als halbes zählte, vor neun Jahren konnte man es sich ja noch leisten, wählerisch zu sein, wusste man doch, dass man eine andere Wohnung im Kiez finden würde. Wir wollte genau diese. Wegen der Küche, wegen des heruntergerockten Holzbodens, der hohen Räume mit dem altmodischen Stuck, wegen der unverputzten Hausfassade, weil sie uns nach unserer Hamburger Wohnung wie ein Palast vorkam, weil es sich anfühlte, als könne man hier glücklich sein. Aber vor allem wegen der Küche. 

Nachdem wir den Vertrag unterschrieben hatten und uns die Wohnung ein zweites Mal ansahen, saß unsere Vormieterin in dieser Küche, die damals noch knallorange gestrichen war. Sie saß am langen Küchentisch und erzählte von der neuen Wohnung, in der sie endlich Platz hätten mit ihren Kindern. Neben dem großen Tisch stand ein kleiner, für die Kleinen. An der Wand im Wohnzimmer hing ein weit verzweigter Familienstammbaum, die Wände waren bunt, die Böden im Schlaf- und Kinderzimmer bootsdeckweiß. Wir fühlten uns zu Hause, bevor es zu unserem Zuhause wurde. 

Als wir einzogen, war die Wohnung wieder weiß und bis auf die Küche ganz leer. Dann zogen unsere beiden Leben ein. Sein riesiges Bücherregal, über das ich erst schimpfte, und das ich von der Sekunde an liebte, als es aufgebaut war. Für unsere Hamburger Wohnung war es zu groß gewesen. 20 lange Aluschienen, 80 Bretter. Der riesige Schrank, der im Kinderzimmer stand, das damals noch kein Kinder-, sondern ein Gästezimmer war. Wer braucht so viel Schrank, fragte er. Und der Küchentisch. 

Der Küchentisch, an dem ich ihm sagte, dass ich schwanger bin.

Und sechs Jahre später noch einmal, lachend, während ich heulte, total durcheinander und irrsinnig glücklich.

Der Küchentisch, an dem wir uns verlobt haben.

Die Küche, in der Fanny ihre ersten Schritte gelaufen ist, vom Kühlschrank bis zum Herd, und wieder zurück und gleich noch einmal. 

Die Tafelwand, die er mit Fanny eingemalt hat, nachdem ich die beiden mit ihr überrascht hatte. Sie stand vor der Tafel, er malte immer neue Versionen von ihr an die Wand. Eine Fanny mit Krone. Eine Fanny mit Cowboyhut. Einen Engel. Eine Hasenfanny. Den Cowboy mochte sie am liebsten. 

Dann das Schlafzimmer. Wieviele Nächte ich hier wach gelegen habe, Fanny wieder einschuckelnd, und jetzt Hedi. Damals habe ich angefangen, mein Weblog zu schreiben. Ich habe es Slomo genannt, aber es hätte auch Nachttexte heißen können. Immer, wenn ich nicht schlafen konnte oder wieder wach war, schrieb ich. Der Rechner leuchtete im Dunkeln, neben mir schnarchte das Baby sein Babyschnarchen und ich schrieb. Aufgeregt, auch ängstlich, aber aufgeregter als ängstlich und sehr glücklich darüber, einen Ort für mich gefunden zu haben. Am Baum vorm Fenster konnte man die Jahreszeiten ablesen, sehen, wann der Sommer zu Ende ging und der Frühling kam. 

Das kleine Zimmer, aus dem schon Wochen vor Fannys Geburt ein Kinderzimmer wurde, weil ich das Warten so schwer aushielt. Wie oft ich an ihrem Wickeltisch stand, bevor sie kam, endlich da war. Die Nachmittage, die ich ihr dabei zugesehen habe, wie sie auf ihre Krokodiltreppe kletterte, alle drei Stufen hinauf, und dann absprang und lachte, malmalmal, und wieder von vorne, ein, zwei, drei. Nachdem wir angefangen hatten, Striche an den Türrahmen zu malen, musste auch alles andere vermessen werden. Ein Strich für ihren Bären. Ein Strich für ihren Hund. Ein Strich für das Nachbarsmädchen von oben, damals war es einen halben Meter größer als Fanny. Der letzte Strich reichte fast an diesen heran. 

Der Flur, in den ich mir mein Büro gebaut habe, weil sonst nirgendwo Platz war. Ein merkwürdiger Ort, um seinen Schreibtisch aufzustellen. Öffnete man die Wohnungstür, stand man direkt vor meinem Tisch. Manchmal fluchte ich darüber – immer rannte jemand vorbei, immer musste ich das Licht anmachen, sogar im Sommer – und doch mochte ich meine komische, dunkle Ecke. Über die Jahre hatte alles seinen Platz gefunden. Unsere Passfotosammlung an der Wand und Fannys Bilder. Die Kalender der letzten zehn Jahre. Das Fucking-Poster, Get over your fucking self. Und die Kiste, in der meine Vergangenheit wohnt.

Das Bad, klein, aber groß genug. Hier habe ich mein erstes graues Haar entdeckt. Und mein zweites. Und dass ich mich mit kurzen Haaren mag. Und mit roten Lippen. Und diesem Körper, der zwei Kinder auf die Welt gebracht hat (nicht immer, aber oft).  

Das Wohnzimmer, das zu unserer Höhle wurde, als zu Fannys Geburt das Riesensofa einzog. Der graue Koloss ist nicht das schönste Sofa, das die Welt je gesehen hat, aber das gemütlichste. Platz für uns drei, jetzt für uns vier. Gästebett, Spielplatz, Picknickwiese. Auf den Balkon passte ein Stuhl. Hier habe ich die letzte Zigarette meines Lebens geraucht, ohne zu wissen, dass es die letzte sein würde. Meine letzte Zigarette war eine sehr undramatische. Ich mochte einfach nicht mehr. Da wusste ich noch nicht, dass ich schwanger bin. Wenn es heiß war, stellten wir Fanny die Klappbabywanne auf den Balkon. Sie quietschte und versuchte, das rieselnde Wasser aus dem Spielbecher festzuhalten.

Eigentlich wollte ich nicht wieder nach Berlin ziehen. Ich mochte die Stadt, ich habe gerne hier studiert. Berlin war gut zu mir, aber nach ein paar Jahren war ich endlich in Hamburg angekommen. Ich wollte nicht schon wieder neu anfangen. Ich wollte aber auch nicht von ihm getrennt sein, nicht nach anderthalb Jahren Fernbeziehung, und der Job, den er angeboten bekommen hatte, war keiner, den man ablehnen wollte. Also schauten wir uns Wohnungen an. Eine, noch eine, noch eine, dann diese. Seit ich von zu Hause ausgezogen bin, habe ich in sieben Wohnungen gelebt. In keiner anderen länger als in dieser. Und in keiner war ich so glücklich. Hier ist aus uns beiden eine Familie geworden. Hier haben wir geredet, gestritten, geschrieben, gefeiert, gekocht, geliebt und das Glück nie wieder losgelassen. Ich freue mich so auf alles, was jetzt kommt. Auf die Badewanne, darauf, dass jetzt beide Mädchen ein kleines Zimmer bekommen, überhaupt: auf diesen Anfang. Und doch fällt es schwer, diese Tür zu schließen. Einmal noch durchgehen. Wie die Schritte hallen. Jetzt sind wir weg. Mach´s gut. Und: danke.

DER MÄRZ 2017 (UND WAS IHN GUT GEMACHT HAT)


WAS LOS WAR:
Zu viel gleichzeitig. Kranksein, wenn man nicht krank sein kann, weil das Baby krank ist. Und dann richtig krank zu sein, wenn das Baby wieder gesund ist. Dann war da auch noch die Wohnung, die umzugsfertig gemacht werden muss (verrückt, was sich in einer Wohnung, in der man fast zehn Jahre gelebt hat, alles ansammelt). Die letzten Tage haben mich Kraft gekostet. Da auf Mist aber ja bekanntlich schöne Pflänzchen wachsen, hat all das auch Gutes gebracht. Die Erkenntnis, dass ich mehr Kraft habe, als ich dachte, zum Beispiel. Und wir gut im Zusammenhalten sind.

WAS MICH BESCHÄFTIGT HAT:
Vor allem die Frage: Was brauche ich wirklich? Es hat gut getan, sich von vielem zu trennen und Ordnung zu machen. Wenn ich jetzt den Kleiderschrank öffne, sind da nur noch Stücke, die ich immer wieder trage. Und ich vermisse nichts. Dann waren da aber auch viele Stücke, von denen ich mich niemals trennen werde, weil sie zu meinem Leben gehören, Geschichten erzählen, mich an Momente erinnern. Der Ordner mit meinen allerersten Artikeln (auweia!). Die Kiste mit den Fotos und wahnsinnig dramatischen Briefen und Notizen aus meiner Teeniezeit (oh, Gott!). Und die riesige Kiste mit Bildern von Fanny (hach!). All das zieht mit um, eben weil diese Dinge Ausrufezeichengefühle machen.

SCHÖNSTER MOMENT:
Der erste Ausflug ganz allein mit Fanny, nur wir zwei. Wie schön das war (auch wenn wir ein bisschen Herzziepen hatten). Ein sonniger Samstagnachmittag, Apfelcrumble und Limonade, neue Turnschuhe für den Frühling und sehr viel Rumkuscheln. 

AM LIEBSTEN GEGESSEN:
Spaghettieis. Das erste schmeckt immer am besten. 

FÜR DIE WOHNUNG GEKAUFT:
Einen Teppich für Hedis erstes Zimmer. Und einen Bett-Himmel für Fanny, der ihr neues Zimmer hoffentlich sehr kuschelig und den Umzug ein bisschen leichter macht. 

GESUCHT UND GEFUNDEN:
Ein lässig geschnittenes Jeanshemd. Jetzt suche ich noch schwarze Sommersandalen. Diese hier? 

GERNE GEGUCKT:
Die dänische Krimi-Serie „Dicte” auf Netflix. Die Journalistin Dicte Svendsen berichtet für die Aarhuser Lokalzeitung vor allem über Kriminalfälle. Und treibt mit ihrer Sturheit den ermittelnden Kommissar Wagner manchmal in den Wahnsinn. Spannend, total sympathisch und mit der wunderbaren Iben Hjejle.

GRÖSSTE VERÄNDERUNG: 
Ich habe mir wieder die Haare kurz geschnitten. Und es bislang nicht eine Sekunde bereut.

SEHR GERÜHRT HAT MICH:
Dieser Text eines amerikanischen Astronauten über die Dinge, die er im Weltall vermisst hat. Die Dokumentation über seine Reise kann man sich hier ansehen. Und dieser unglaubliche Text: „You May Want to Marry My Husband”.

SONST GERNE GELESEN, GEKLICKT UND ANGESCHAUT:
* Diese Geschichte über Anthony Bourdain.
* Das berühmte Kreuzworträtsel der New York Times wird 75 Jahre.
* „Der Unzumutbare” – ein Portät über Maxim Biller.
EIN PS:
Falls jemand von euch gerade in Paris war, und noch einen Tipp hat – schöne Shops, Cafés, Spielplätze, Ausstellungen – ich würde mich wirklich freuen.

UND NOCH EIN PS:
Vermutlich wird hier auf Slomo im April nicht viel passieren. Wir machen wieder einen Haustausch, um einmal kurz Luft zu holen, danach ziehen wir um. Ich melde mich wieder, wenn das Leben nicht ganz so wild ist. Bis dahin habt´s schön! (Und falls ihr zwischendurch ein paar Eindrücke haben wollt: Auf Instagram geht´s auch im April weiter...).

Wie war denn euer März? Hoffe, er hat euch viel Schönes gebracht.
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