MEIN BÜCHERSTAPEL
(UND EIN NAGELLACK, EINE MASKE UND EINE FERNSEHSERIE)



Ein paar Bücher, die ich gerade lese (und lesen werde):

"Not That Kind of Girl – Was ich im Leben so gelernt habe" von Lena Dunham (S. Fischer)
Ich wünschte, ich würde dieses Buch so großartig finden, wie ich Lena Dunham, ihre Fernsehserie "Girls" und Texte, die ich von ihr gelesen habe (wie diesen wunderbaren Text über Nora Ephron) großartig finde, aber bislang komme ich einfach nicht in dieses Buch hinein. Es berührt mich nicht, und ich weiß nicht, warum das so ist. Sind meine Erwartungen einfach zu hoch? Wie kann einem ein Buch gleichzeitig zu viel und zu wenig sein? Vielleicht finde ich es heraus, wenn ich es zu Ende lese. Und vielleicht ist es ja auch einfach Liebe auf den zweiten Blick.

"Elsa ungeheuer" von Astrid Rosenfeld (Diogenes)
habe ich von Silke geschenkt bekommen, und da ich ihrem Geschmack sehr vertraue, freue ich mich unheimlich auf dieses Buch. Hier mehr zum Inhalt.

"Bilder deiner großen Liebe" von Wolfgang Herrndorf (Rowohlt)
Ich kann es nicht besser beschreiben, als Stepanini (die so oft so haargenau beschreibt was ich fühle oder denke) das bereits getan hat: "Natürlich schwingt das Wissen mit, um die Umstände unter denen es geschrieben wurde. Aber nach ein paar Seiten passiert das, was schon in Tschick passierte. Wenn ich das Buch beiseite lege und raus muss in die Welt, dann scheint sie mir ein irgendwie freundlicherer Ort zu sein. (...). Und dann ist wieder das passiert, was manchmal passiert beim Lesen, dass ein Buch einen anders zurücklässt."

"Women in Clothes" von Sheila Heti, Heidi Julavits und Leanne Shapton (Blue Rider Press)
Ein Buch, in dem die drei Autorinnen 639 Frauen gefragt haben, was sie tragen und wie diese Mode sie prägt. Wie schön, dass dieses Buch anders über Mode nachdenkt als in Trends und Must-Haves – nicht, dass ich etwas gegen Trends oder Must-Haves hätte, aber ich finde es spannend, auch anders über Mode nachzudenken. Mit einer wilden Mischung aus Interviews, Gesprächen, Gedichten, Essays und Fotografien. Mit Geschichten wie "Send a photograph of your mother from the time before she had children and tell us what you see". Oder: "Fifteen Women in a newspaper office photocopy their hands and talk about their rings." Oder: "Six strangers wear one another´s favorite outfits". Ich bin gespannt, ob die über 500 Seiten am Ende halten, was sie beim wilden Querlesen versprechen.

"Plenty more" von Yotam Ottolenghi (Ebury Press) (die deutsche Ausgabe ist hier zu finden)
Wie alle Kochbücher von Yotam Ottolenghi macht auch dieses mich schrecklich hungrig und glücklich. Vor allem, weil es mir Kombinationen und Geschmäcker beibringt, auf die ich selbst niemals kommen würde. Die mir aber, sobald ich sie einmal probiert habe, so vollkommen richtig vorkommen, dass ich gar nicht verstehe, wie ich je nicht auf sie kommen konnte. Der Salat mit Tomate und Granatapfel zum Beispiel. Oder der Salat mit karamellisierten Feigen, Orange und Feta. (Man merkt, ich habe mit dem Salat-Kapitel begonnen, mit dem "Tossed"-Kapitel – eine schöne Idee, die Kapitel nach Methoden zu unterteilen: "Tossed", "Steamed", "Blanched", "Simmered", "Grilled", "Roasted", "Fried", "Mashed", "Cracked", "Baked" und "Sweetened". Schon vorgemerkt: Die Suppe mit roten Linsen. Die Aubergine mit Kartoffeln und Tomaten. Und das gesamte Dessert-Kapitel, angefangen mit dem "Super French Toast" mit Orange, Zimt, Vanille und Sauerrahm).

Nicht auf dem Foto, aber nicht zu vergessen:

"Meine Sonne. Mein Mond. Meine Sterne. Das Leben nach der großen Liebe" von Alexa von Heyden (Eden Books)
Das habe ich bislang nur als E-Book, deshalb ist es nicht mit auf dem Foto, aber lesen sollte man es bitte trotzdem. Ich weiß nicht, wie Alexa es schafft, mit so großer Leichtigkeit und so großem Mut zur Ehrlichkeit davon zu erzählen, wie eine große Liebe zu Ende geht, aber sie schafft es. Zwischendrin musste ich mal aufhören zu lesen, weil es mir so das Herz umgedreht hat, und weil beim Lesen einige Momente wieder hochkamen, in denen die Liebe sehr weh getan hat. Aber so ist das wohl, wenn ein Buch einen kriegt. Und dieses Buch hat mich sehr gekriegt.

"Wochenmarkt" von Elisabeth Raether (Bloomsbury Berlin)
Große, große Vorfreude: Am 30. Oktober erscheinen die gesammelten Wochenmarkt-Rezeptkolumnen von Elisabeth Raether aus dem Zeit-Magazin. Es ist einfach so gut, wie Elisabeth Raether übers Kochen schreibt – und wie sie kocht: saisonal, vollkommen unaufgeregt (das ist ja nicht immer selbstverständlich), und wenn ich mal etwas nachgekocht habe vor allem: saulecker. (Ich sage nur: Chicorée aus dem Ofen). Und ich mag schon das Vorwort, weil es so treffend beschreibt, wie es mir mit dem Kochen geht: "Meine Messer kommen von der Treuepunktaktion des Supermarkts. Allerdings gibt es nicht viele Dinge des Alltags, die ich lieber tue als Kochen. Ich koche beinahe jeden Tag. Kühlschrank und Vorratsschrank sind immer voll. Ich besitze sechzig verschiedene Gewürze und unzählige Kochbücher. Ich gebe zu, dass ich selbst einen Einkauf im Supermarkt interessant finde, ich verbringe sinnlos viel Zeit bei den türkischen, asiatischen und russischen Lebensmittelhändlern, die es hier in Berlin gibt. Ich koche, wenn ich nach einem langen Tag nach Hause komme und keine Buchstaben mehr sehen kann. Ich gieße mir ein Glas Wein ein und hacke mit einer Hingabe, die mich selbst verwundert, Zwiebeln und Knoblauch für eine Pastasauce oder für ein Curry." Schön, oder? Hier gibt´s eine Leseprobe.

Die "So Much to Dew Midnight Mask" hat nichts mit Büchern zu tun, aber mit Rumlümmel-Abenden. Schon lange wollte ich mal die Kosmetik von Sampar ausprobieren, nachdem meine alte Übernacht-Maske nun aufgebraucht war, habe ich mich für diese feuchtigkeitsspendende Maske entschieden und bin bisher wirklich zufrieden: Wirkt die Maske über Nacht ein, ist die Haut am morgen prall und weich – und ich sehe deutlich ausgeschlafener aus als ich gerade bin. Einziges Minus: Der Preis ist für meinen Geschmack ein bisschen sehr stolz, auch wenn die Maske sehr ergiebig ist. Der dunkelpinke Nagellack fällt in die gleiche Kategorie: "Red Affairs" von Anny, gute Farbe für den Herbst.

Und: Die Fernsehserie "Orange Is the New Black". Der erste Probemonat bei Netflix ist kostenlos, und weil ich das mal ausprobieren wollte, habe ich mich angemeldet. Am ersten Abend die Fernsehserie "Orange Is the New Black" entdeckt, die ich schon ewig gucken wollte. Was soll ich sagen: Ich bin jetzt bei Staffel 2. Diese Serie ist mutig, lustig, krass, anders, berührend, spannend und ich liebe sie.

Was lest oder guckt ihr denn gerade gerne?
Schönes Wochenende!

DREI POPCORN-REZEPTE UND ZWEI FILME


Mit Küchenmaschinen ist das so eine Sache. Weil der selten benutzte Fondue-Topf fast das ganze Jahr über dem Sandwichmaker in einer dunklen Schrankecke Gesellschaft leistet, wollte ich mich mit Neuanschaffungen dieser Art eigentlich zurückhalten. Bis Fanny und ich auf einem Kinderfest eine Popcornmaschine gesehen haben. Und weil Fanny bald vier wird (VIER!) und eine Popcorn-Party feiern will und ich Popcorn sowieso liebe, haben wir uns eine kleine Popcornmaschine zugelegt.

Weil wir alle vor uns hingekränkelt haben, sind wir am Samstag zu Hause geblieben und haben jede Menge Popcorn gemacht. Mit weißer Schokolade und Streuseln für sie. Mit salzigem Karamell für mich. Und mit Rosmarin und Ahornsirup für ihn. Alle sehr unterschiedlich, alle lecker (am Ende habe ich ihm auch noch sein Rosmarin-Popcorn weggefuttert, obwohl ich salziges Popcorn eigentlich nicht so mag, aber diese unglaublich buttrige Variante mit Ahornsirup ist so gut, dass ich einfach nicht aufhören konnte zu essen). Dazu noch zwei gute Filme. Ein schöner Tag.


POPCORN MIT WEISSER SCHOKOLADE UND STREUSELN

90g Popcorn-Mais (das ergibt eine große Schüssel bzw. ein kleines Blech voller Popcorn)
200g weiße Kuvertüre
Bunte Streusel (nach Geschmack)

Das Popcorn nach Anleitung machen und in eine größere Schüssel geben. (Hier ist eine gute Anleitung – Butter und Salz würde ich bei diesen Rezepten weglassen).
Die Kuvertüre zerkleinern und über einem Wasserbad schmelzen.
Die Kuvertüre zum Popcorn geben und gut durchmischen (ich habe das mit unserem Salatbesteck gemacht, wenn die Schokolade nicht mehr ganz so heiß ist, kann man das auch mit den Händen machen).
Das Popcorn auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen.
Die Streusel mit der Hand darüber streuen.
Gut trocknen lassen (das dauert etwas).

Rezept von "She Wears Many Hats".



POPCORN MIT SALZIGEM KARAMELL

90g Popcorn-Mais
1,5 Cups Zucker
1,5 EL Butter
1/2 TL Salz
3/4 TL Backpulver
1/4 Cup Wasser

Das Popcorn machen und in eine große Schüssel geben.
Ein mit Backpapier belegtes Blech bereitstellen.
In einem kleinen Topf auf mittlerer Hitze den Zucker, die Butter, das Salz und das Wasser erhitzen. Nicht rühren und warten, bis das Karamell ungefähr die Farbe von Bernstein hat (Achtung, das Karamell wird am Ende sehr schnell dunkler und zu dunkel sollte es nicht werden, sonst schmeckt es angebrannt). Sofort von der Flamme nehmen und vorsichtig das Backpulver unterrühren. Nicht erschrecken, das schäumt ein bisschen.
ACHTUNG: DAS KARAMELL IST SEHR, SEHR HEISS, BITTE DIE FINGER DAVON FERNHALTEN.
Wenn das Backpulver gut verrührt ist, das Karamell vorsichtig über das Popcorn gießen und sehr schnell verteilen. Ich habe dafür wieder unser Salatbesteck genommen.
Das Karamellpopcorn auf dem Blech verteilen und mit einem Esslöffel zügig in kleinere Stückchen trennen, das Karamell trocknet schnell und klebt dann ordentlich zusammen.
Nach Geschmack noch ein bisschen Extrasalz darüber geben.
Abkühlen lassen.

Varianten:
* Eine Handvoll gehackter Mandeln dazu geben.
* Eine Prise Cayennepfeffer dazu geben (wie im Originalrezept).

Rezept von Smitten Kitchen.


POPCORN MIT ROSMARIN UND AHORNSIRUP

90g Popcorn-Mais
57g Butter
1/2 Cup Ahornsirup
2 EL gehackter Rosmarin
2 Prisen Salz

Den Ofen auf 120°C Ober/ Unterhitze vorheizen.
Ein mit Backpapier belegtes Blech bereitstellen.
Das Popcorn machen und in eine Schüssel geben.
In einem kleinen Topf die Butter mit dem Ahornsirup aufkochen bis die Butter geschmolzen ist – dabei immer gut rühren.
Vom Ofen nehmen, den gehackten Rosmarin und eine Prise Salz dazu geben.
Die Rosmarin-Butter-Ahornsirup-Soße mit einem Esslöffel vorsichtig über dem Popcorn verteilen, nach jedem Löffel gut umrühren. Das Popcorn sollte gut benetzt sein, aber nicht nass werden (sonst fällt es in sich zusammen, ich habe beim zweiten Blech ungefähr 2 EL Soße übrig gelassen, weil nicht alle Körner aufgegangen sind).
Die Mischung auf das Backblech geben.
Nach Geschmack salzen.
Im Ofen ca. 40-45 Minuten trocknen lassen. Alle 15 Minuten nachschauen und das Popcorn wenden, damit nichts anbrennt.
Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

Rezept von Bake Your Day.

Zwei Filme, die wir dazu geguckt haben und sehr mochten:

No Turning Back
Ein Mann sitzt im Auto. Er fährt und fährt, dabei telefoniert er immer wieder. Sonst passiert nichts und doch alles. Denn während dieser Autofahrt verändert sich das Leben von Ivan Locke (und der Menschen, die er liebt) für immer. Was für ein unglaublicher Film. Hier ist der Trailer.

Stories We Tell
Dokumentarfilmerin Sarah Polley befragt ihre Familie, Freunde und Kollegen, wie sie ihre Mutter in Erinnerung behalten haben, die starb, als sie 11 Jahre alt war. Ich möchte gar nicht zu viel über diesen Film schreiben oder über die Geschichten, die er erzählt. Aber es ist lange her, dass mich ein Film so beschäftigt hat wie dieser. Hier ist der Trailer.

IHR STAPEL (EIN PAAR LIEBLINGSKINDERBÜCHER)




In den letzten Monaten ist der Stapel neben Fannys Bett wieder genauso gewachsen wie der neben meinem. Deshalb hier ein paar Lieblingsbücher und -spiele (mein Stapel dann nächste Woche):

* Mo Willems: Noch ein Knuffelhase (Gerstenberg).
Eines Morgens kommt Trixie in den Kindergarten und sieht, dass Sonja HAARGENAU den gleichen Knuffelhasen hat wie sie. Erst streiten die beiden Mädchen, dann werden die beiden Hasen auch noch vertauscht, was Trixie allerdings erst mitten in der Nacht auffällt. Fanny mag das Buch, weil aus Trixie und Sonja am Ende (doch noch) Freundinnen werden und weil es in Brooklyn spielt. Ich mag die ungewöhnliche Verbindung von Schwarzweiß-Fotografie mit Tuschezeichnungen.

* Jakob Martin Strid: Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne (Boje)
Es gibt Bücher, von denen kann Fanny nicht genug bekommen (und ich seufze innerlich beim Vorlesen). Und Bücher, die ich hinreißend finde, Fanny aber kaum eines Blickes würdigt. Dieses Buch lieben wir beide. Weil es tolle Zeichnungen hat, in denen man sich fast wie in einem Wimmelbuch verlieren kann, weil es mit extradickem Papier auch wirklich toll aufgemacht ist. Und weil die Geschichte so aufregend ist, dass man immer weiterlesen will: Mika und Sebastian finden beim Angeln eine Flaschenpost mit einem Brief. Merkwürdigerweise ist der Brief genau an sie adressiert. Und merkwürdigerweise findet sich in der Flasche noch ein zweite Flasche mit einem klitzekleinen Samen. Als Mika und Sebastian den Samen einpflanzen, wächst über Nacht eine Riesenbirne in ihrem Garten. Und das ist erst der Anfang dieser unglaublichen Geschichte.

* Katharina Grossmann-Hensel: Warum Erwachsene nachts so lange aufbleiben müssen (Annette Betz)
Was machen die Erwachsenen eigentlich, wenn die Kinder im Bett liegen? Sie spielen mit dem Spielzeug der Kinder. Und verkleiden sich heimlich. Sie tanzen und trinken wie ein Haufen Seeräuber. Sie waschen die Wolken weiß und stopfen danach die Regentropfen wieder hinein. Sie sind in der Elternschule und lernen Schlechteträumeverjagen und Monsterbekämpfung. Oder? Wahrscheinlich ist dies kein Buch, das jedem gefällt – Idee und Umsetzung sind speziell, manchmal ein bisschen gruselig und ziemlich wild. Uns gefällt gerade das sehr gut. Hineinlesen kann man hier.

* Thé Tjong-Khing: Die Torte ist weg! Eine spannende Verfolgungsjagd (Moritz)
Ein Bilderbuch, das ganz ohne Worte eine spannende Geschichte erzählt: Gerade haben Frau und Herr Hund im Garten den Tisch gedeckt, da klauen zwei Ratten einfach die Torte. Erzählt wird aber nicht nur die Geschichte der verschwundenen Torte, sondern auch die Geschichte vom Schwan und seinen Jungen, von drei frechen Affen, von Familie Schwein oder von zwei fußballspielenden Fröschen. Selbst wenn man dieses Buch oft liest, entdeckt man immer noch eine neue Geschichte oder einen neuen Witz. Toll. (Hier kann man reinschauen).

* Barney Saltzberg: Arlo braucht eine Brille (Boje)
Hund Arlo spielt gerne „Fang den Ball”. In letzter Zeit schnappt er allerdings immer wieder daneben. Deshalb geht er mit seinem Freund zum Augenarzt. Nachdem er die Buchstaben auf der Buchstabentafel nur ganz verschwommen sehen kann, steht fest: Arlo braucht eine Brille. Die Geschichte von Arlo ist eine von Fannys Lieblingsgeschichten (nicht nur, weil wir jetzt ja auch einen kleinen Freund namens Arlo haben) – beim Augenarzt darf man nämlich tolle Pappbrillen aufprobieren: die Film-Star-Brille, die Superhelden-Brille oder die Brille des verrückten Professors. Schließlich findet Arlo die perfekte Brille, kann endlich wieder den Ball fangen und noch etwas anderes, sehr, sehr Aufregendes, aber das wird hier noch nicht verraten.

* 6 Gummitwist-Spiele (Die Spiegelburg)
Als Kind habe ich Gummitwist geliebt. Deswegen habe ich Fanny die kleine Schachtel mit dem Gummiband und den fünf Anleitungskarten auch mitgebracht, als ich sie im Spielzeugladen um die Ecke gesehen habe. Wir spielen es (noch) ohne Anleitung und hüpfen einfach hin und her und drüber. Und es macht immer noch genauso viel Spaß wie früher.

* Puppentheater
Schon länger haben wir über ein Puppentheater nachgedacht. Am Ende haben wir einfach ein Loch in eine alte Kiste geschnitten, zwei Taschentücher als Vorhänge genommen und Papierfiguren auf Strohhalme geklebt. Funktioniert super.

Was sind denn gerade eure Lieblingsbücher oder -spiele?
Ich freu mich über Tipps und wünsch euch ein schönes Wochenende!

PS Irgendwie gibt es hier gerade Probleme mit dem Kommentieren, ich weiß leider noch nicht, woran das liegt, versuche aber, eine Lösung zu finden!

LIEBLINGSLÄDEN IN BERLIN: GRAND REVIVAL

Es gibt Läden, die einfach schön sind, nützlich, ein gut durchdachtes Sortiment haben – Läden, in denen man findet, wonach man sucht. Und dann gibt es diese anderen Läden. In die man nicht geht, um sich einen Wunsch zu erfüllen. Weil in ihnen nur selten Dinge verkauft werden, die man sich wünschen kann, schon weil sie einem gar nicht einfallen. Dinge, die einen grinsen lassen. Dinge, von denen man weiß, dass sie das Leben ein bisschen schöner machen. Dinge, die einen staunen lassen, schlechte Tage und Launen vertreiben. 
Von dieser Art Läden gibt es nicht so viele. Aber jetzt gibt es einen mehr. Grand Revival ist ein Laden für Inneneinrichtung und Kindersachen in der Lychener Straße in Berlin-Prenzlauer Berg. Aber das ist natürlich nur eine sehr nüchterne Angabe dessen, was man dort finden und entdecken kann. Da sind zum Beispiel die riesigen New York-Plakate zum Ausmalen, mit denen Fanny und ich uns unsere Vorfreude noch ein bisschen größer gemalt haben. Oder die Eselspuschen. Oder dieses altrosafarbene Tablett, das ich mir vor einer Weile gekauft habe, und über das ich mich nun jeden Tag freue. Oder diese wahnsinnigen Vasen der holländischen Firma Wonderable, die kitschige Tiere auf Porzellanvasen klebt, so herrlich manisch, dass daraus etwas total Wildes und Erstaunliches wird. Jedes Zimmer in diesem Laden ist so gestaltet, dass man sich die Produkte gut zu Hause vorstellen kann – das Zimmer vorne wie ein Wohnzimmer, im Bad stehen Seifen, Shampoos und Wäschekörbe, die Küche ist wie eine echte Küche eingerichtet und im Zimmer hinten findet man alles für Kinder. Noch ein Grund, warum ich diesen Laden so mag: die Besitzerin Victoria Haubold. Herzlich, irre hilfsbereit, super informiert, immer zu einem Schnack aufgelegt. Schön ist das. 

Grand Revival, Lychener Str. 47, 10437 Berlin, Mo-Sa 12-19.30 Uhr, www.grandrevival.de

SEPTEMBER 2014


Der Sommer geht langsam dieses Jahr, wie schön das ist. Ich mag die letzten Flutschfinger-Tage so. Und überhaupt den ganzen September: Die wilden Blumensträuße, die es bei Blumenbett in der Rykestraße gibt, so gut nach (zu) langen Tagen. Eis- und Burger-Tattoos auf dem Arm. Die ersten gesammelten Kastanien, Hosentaschen voll. Meinen Schreibtisch ein wenig umzuräumen, damit das Wiederarbeiten nach dem Urlaub ein bisschen leichter fällt (und fällt mit Streifen nicht alles leichter, oder bin das nur ich?). Der Oui-Sweater von Petersen (das ist einer, in dem man wohnen kann – es gibt ja so Stücke, die man immer und immer wieder anzieht, dieser Sweater ist genau so ein Stück, große Liebe). Der Ottolenghi-Salat mit frischen Feigen, Süßkartoffeln und Ziegenfrischkäse, jeden Samstagabend (bis es keine frischen Feigen mehr gibt oder der Mann streikt – wobei sein heiliger Schnitzelsonntag ein ziemlich gutes Gegenargument ist). Der Herzring, den ich mir aus New York mitgebracht habe (ich hoffe, ich finde ihn wieder, nachdem Fanny ihn anprobiert und leider vergessen hat, wohin sie ihn danach gelegt hat, wahrscheinlich finde ich ihn in einem Jahr an einem Ort wieder, an dem ich niemals suchen würde, ich hoffe es jedenfalls). Die Passionsfruchttarte von Jubel Berlin, einer tollen neuen Pâtisserie (bald mal mehr darüber). Fahrradfahrenüben. Fünf Minuten auf dem Balkon zu sitzen in diesem Herbstlicht, auf keine Zigarette. "Die Brücke" zu gucken. Gleich nach dem Aufwachen von ihren Träumen erzählt zu bekommen, von einem Regenbogen im Fahrradkorb. Ich mochte auch, wie wach einen das Wieder-nach-Hause-Kommen für die eigene Stadt und das eigene Leben macht, wie so ein bisschen Abstand dabei hilft, Klarheit darüber zu kriegen, was man will (und nicht mehr will). Jetzt freue ich mich auf den Herbst und auf all das, was kommt. Ein Wochenende alleine in Amsterdam, zum Beispiel. Habt ihr vielleicht Tipps für eine bezahlbare Unterkunft oder überhaupt? Danke und eine schöne Woche!

JETZT IST ES DA: MEIN ERSTES BUCH



Liebe ihr alle da draußen,

morgen erscheint das Buch, das ich geschrieben habe, das erste Buch, das ich geschrieben habe. Ein erstes Mal. Und wie bei jedem ersten Mal in meinem Leben stolpern gerade Gefühle durch mich, die sich nicht mehr auseinander sortieren lassen.
Erleichterung, es geschafft zu haben.
Euphorie.
Aufregungaufregungaufregung.
Müdigkeit.
Erstaunen.
Alberne Kicherhaftigkeit.
Stolz.
Unsicherheit.
Aufgeputschtheit.
Alles ineinander verknotet, aneinander gelehnt, übereinander stolpernd.
Und weil das mit dem ersten Buch viel länger gedauert hat als mit dem ersten Kuss, dem ersten Mal New York und dem ersten Kind, bin ich gerade ein wenig durch den Wind. Zurückhaltend ausgedrückt. Aber es fühlt sich auch gut an, durch den Wind zu sein (das passiert einem ja gar nicht so oft).

Das Buch heißt aber nicht deswegen "Völlig fertig und irre glücklich". Der Name des Buches hat etwas mit meinem Leben in den letzten vier Jahren zu tun. Dem Mamasein, dem Ichsein, dem Wirsein, wie es sich durch das Mamasein verändert hat, ich hab hier ja schon manches darüber geschrieben. Im Buch schreibe ich noch mehr darüber, ausführlicher, in mehr Farben und Formen, vom Glücklichsein im Normalchaos. Das hoffe ich jedenfalls. Für ein Buch lässt man sich mehr Zeit. Und man schreibt jeden Satz so oft hin, bis man sich mit ihm versöhnt hat und das Gefühl hat, ihn in die Welt rauslassen zu können. (Bis man, ungefähr drei Minuten später, das Gefühl hat, nie etwas Blöderes geschrieben zu haben, neulich habe ich dieses Gefühl auf Instagram sehr passend beschrieben gefunden: Creative Process: 1. This is awesome 2. This is tricky. 3. This is shit. 4. I am shit. 5. This might be ok. 6. This is awesome). Immerhin weiß ich jetzt eines: Ich habe versucht, mein Bestes zu geben. Und das ist ein gutes Gefühl.

Auch wenn ich jetzt völlig fertig und irre glücklich bin, bin ich doch nicht so fertig, dass ich vergesse, was mir so am Herzen liegt: Euch. Ich würde mich gerne bedanken. Ihr seid es nämlich gewesen, die ihr mir Mut gemacht habt. Ihr habt mir das Gefühl gegeben, dass es eine gute Idee sein könnte, ein Buch zu schreiben. Ich bin nämlich, obwohl ich ein Weblog schreibe und eine Journalistin bin, nicht gerade eine Rampensau. Aus allen möglichen Gründen. Ich habe krasses Lampenfieber, ich bin eine Rumgrüblerin, ich habe dort, wo andere ein dickes Fell haben, eine ziemlich dünne Haut. In den letzten Jahren sind diese Gefühle nicht verschwunden (das werden sie auch nie, und das macht auch nichts, sie gehören ja zu mir), aber ich habe sie ein wenig zu zähmen gelernt. Das liegt auch an euch. Daran, wie sehr ihr mir gezeigt habt, dass ich nicht ins Leere schreibe. An den Dingen, die ihr gesagt oder geschrieben habt und die mich so oft so rühren, das wisst ihr gar nicht, und das würdet ihr auch nicht glauben, wenn ich es euch erzählen würde. Aber es ist so.

Also danke. Fürs Rückenwind-Sein. Und alles andere.
Sehr und von Herzen:
Okka

AUGUST 2014: NEW YORK, NEW YORK (PART 1)



1) Zimt-Challah zum Frühstück.
2) Die Frau beim Karussell, die Fanny ihre Tickets entwertete, indem sie auf die Rückseite einen Stern zeichnete, ein Herz und einmal sogar eine Katze.
3) Die Braut auf dem Holzpferd neben uns, die nicht aufhörte zu lächeln. Als sie abstieg, konnte man ihren pinken Hochzeitsschuhe sehen.
4) Und die beiden aufgeregten jungen Frauen, die neben der Karussell einen Tisch aufbauten, darauf ein riesiger Strauß Rosen, davor jede Menge Konfetti und ein Schild: "Will you marry me?".
5) Die Verkäuferin bei Madewell, die mir nicht nur die beste Jeans herausgesucht hat, sondern auch vom Metropolitan Museum erzählte, wo sie ebenfalls arbeitet, ich solle mir doch bitte die Garry Winogrand-Ausstellung ansehen, unbedingt, wirklich – und wie recht sie hatte mit ihrer Empfehlung und ihrer Aufgeregtheit.
6) Lulu, die Katze, mit der wir uns die Wohnung teilten, wenn wir nach Hause kamen, wartete sie schon an der Tür auf uns, obwohl sie sich nie streicheln ließ.
7) Der Zoo im Prospect Park, der für Kinder gemacht ist. Das riesige Spinnennetz, in dem sie eine halbe Stunde Spinne spielte, das Riesenei, aus dem sie schlüpfte, die Weitsprung-Bahn, die neben den eigenen Fußabdrücken zeigte, welches Tier genauso weit springen kann, die Maltische mit den Buntstiftdosen, Robben und Erdmännchen gab es auch.
8) Der Tanz-Fitnesskurs neben dem Kinderspielplatz am Pier 2, bei dem jeder mitmachen konnte, der Lust darauf hatte oder gerade vorbei kam, eine energische Frau tanzte zu irrsinnig lauter Musik ein paar Schritte vor, und hundert New Yorker tanzten es ihr nach – Salsa, glaube ich, ich kenne mich da nicht gut aus, hätte Fanny nicht auf die Schaukel gewollt, ich hätte mitgetanzt, weil man gar nicht nicht mittanzen konnte, wenn man ihnen zusah.
9) Die abendlichen Spaziergänge zu Whole Foods.
10) Ihr Entzücken beim Anblick der Muscheln auf Coney Island. Und wie sie sich dann doch traute, so nahe ans Wasser zu gehen, dass die Wellen ihre Füße umschwappten, und dann gar nicht mehr genug davon bekommen konnte, die Wellen zu jagen.
11) Der Buchladen mit dem riesigen Ledersofa.
12) Die ältere Dame, die so unglaublich schick aussah, dass ich sie anhielt und fragte, woher sie ihre Bluse hatte, die wirklich schönste Streifenbluse, die ich je gesehen habe, aber vielleicht war sie auch nur deshalb so schön, weil diese Frau so schön war, sie ging wie eine Tänzerin. Wir sprachen ein paar Minuten, sie malte mir die Straße und den Laden auf, wo sie die Bluse gefunden hatte, ein paar Tage später kaufte ich sie mir tatsächlich.
13) Dulce de Leche-Donuts.
14) Wie man nach ein paar Tagen die fremde Stadt zur eigenen Stadt macht, unser F-Train, unser Supermarkt, unser Deli, unser Burgerladen.
15) Wie unglaublich freundlich die Menschen waren, wie in jeder U-Bahn sofort jemand aufstand, sobald er mich mit dem Kind sah, wie viele Menschen auf der Straße mit Fanny sprachen, in der Nachbarschaft grüßten, fragten, woher man denn komme, wenn sie merkten, dass man kein Englisch sprach, und die Frauen und Männer in den U-Bahn-Häuschen, denen Fanny immer zuwinken wollte und die jedes Mal zurückwinkten.
16) Das Nebeneinander verschlafener Ruhe, einer Ruhe, die so leise war, dass einem schon das Zischen eines Rasensprenklers im Nachbargarten laut vorkam und hupender, dröhnender, in allen möglichen Sprachen sprechender Lautstärke, nur eine U-Bahnfahrt entfernt.
17) Immer wieder diese Skyline. Man geht die Straße entlang und plötzlich ist da das Empire State Building. Oder das Flatiron Building. Oder das Rockefeller Center.
18) M&Ms mit Erdnussbutter.
19) Die Nettigkeiten, mit denen diese Riesenstadt einen immer wieder überrascht, die Picknickplätze am Pier mit Blick auf die Skyline von Manhattan, die Handy-Ladestationen, der Pop-up-Pool, in dem man im Sommer kostenlos baden kann, die Spielplätze mit den Wassersprinkler-Anlagen – Angebote, die zugleich auch eine Ermutigung sind: Hier kannst du schwimmen lernen, hier kannst picknicken, hier kannst du rumtoben, wenn du möchtest.
20) Im Garten Crocket zu spielen.
21) Und im Baumhaus zu frühstücken.
22) Der Demeter-Parfümstand bei Duane Reade, was für irre Düfte: Dirt, Snow, Sunshine, Baby Powder, Thunderstorm, einige kann man tatsächlich erriechen, wenn man vorher nicht auf das Label schaut, Snow riecht wie Schnee, Gin Tonic macht Durst. Ich entscheide mich für Salt Air und Clean Skin.
23) Der Central Park, der nie weniger faszinierend wird, wir picknicken an der gleichen Stelle wie vor einem Jahr, und vorm Spielplatz sitzt tatsächlich noch die gleiche Frau wie vor einem Jahr, und malt Kindern die Gesichter bunt, Fanny will ein roter Hund sein, sie findet diesen Wunsch kein bisschen seltsam und malt ihr einen roten Hund aufs Gesicht.
24) Die Schönheit der High Lane, selbst wenn es richtig voll und richtig heiß ist.
25) Ziellos zu sein.
26) Die Menschen, die abends auf den Stufen vor ihren Brownstones sitzen, die Zeitung lesen, ein Eis essen, miteinander reden, oder schweigen, grüßen, weiterreden, weiterschweigen.
27) Sich morgens für die Stadt schön zu machen.
28) Die Entdeckung des Bonbonladens.
29) Eis mit kandierten Kürbiskernen.
30) Die allernetteste Nachbarin kennenzulernen.
31) Vor Monets Seerosen zu stehen.
32) Gleich am ersten Abend alle Lieblingsmagazine zu kaufen.
33) Zum ersten Mal über den Smorgasburg-Flea-Food-Market zu gehen.
34) Und dann in diese riesige, dampfende Pizza zu beißen, die Fanny sich mit mir geteilt hat.
35) Das Twister-Spiel der Haustausch-Kinder, wie lange habe ich kein Twister gespielt.
36) Der Spaziergang über die Brooklyn Bridge am letzten Tag.
37) Die Unmöglichkeit, sich von dieser Stadt zu verabschieden.
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