DER MÄRZ 2017 (UND WAS IHN GUT GEMACHT HAT)


WAS LOS WAR:
Zu viel gleichzeitig. Kranksein, wenn man nicht krank sein kann, weil das Baby krank ist. Und dann richtig krank zu sein, wenn das Baby wieder gesund ist. Dann war da auch noch die Wohnung, die umzugsfertig gemacht werden muss (verrückt, was sich in einer Wohnung, in der man fast zehn Jahre gelebt hat, alles ansammelt). Die letzten Tage haben mich Kraft gekostet. Da auf Mist aber ja bekanntlich schöne Pflänzchen wachsen, hat all das auch Gutes gebracht. Die Erkenntnis, dass ich mehr Kraft habe, als ich dachte, zum Beispiel. Und wir gut im Zusammenhalten sind.

WAS MICH BESCHÄFTIGT HAT:
Vor allem die Frage: Was brauche ich wirklich? Es hat gut getan, sich von vielem zu trennen und Ordnung zu machen. Wenn ich jetzt den Kleiderschrank öffne, sind da nur noch Stücke, die ich immer wieder trage. Und ich vermisse nichts. Dann waren da aber auch viele Stücke, von denen ich mich niemals trennen werde, weil sie zu meinem Leben gehören, Geschichten erzählen, mich an Momente erinnern. Der Ordner mit meinen allerersten Artikeln (auweia!). Die Kiste mit den Fotos und wahnsinnig dramatischen Briefen und Notizen aus meiner Teeniezeit (oh, Gott!). Und die riesige Kiste mit Bildern von Fanny (hach!). All das zieht mit um, eben weil diese Dinge Ausrufezeichengefühle machen.

SCHÖNSTER MOMENT:
Der erste Ausflug ganz allein mit Fanny, nur wir zwei. Wie schön das war (auch wenn wir ein bisschen Herzziepen hatten). Ein sonniger Samstagnachmittag, Apfelcrumble und Limonade, neue Turnschuhe für den Frühling und sehr viel Rumkuscheln. 

AM LIEBSTEN GEGESSEN:
Spaghettieis. Das erste schmeckt immer am besten. 

FÜR DIE WOHNUNG GEKAUFT:
Einen Teppich für Hedis erstes Zimmer. Und einen Bett-Himmel für Fanny, der ihr neues Zimmer hoffentlich sehr kuschelig und den Umzug ein bisschen leichter macht. 

GESUCHT UND GEFUNDEN:
Ein lässig geschnittenes Jeanshemd. Jetzt suche ich noch schwarze Sommersandalen. Diese hier? 

GERNE GEGUCKT:
Die dänische Krimi-Serie „Dicte” auf Netflix. Die Journalistin Dicte Svendsen berichtet für die Aarhuser Lokalzeitung vor allem über Kriminalfälle. Und treibt mit ihrer Sturheit den ermittelnden Kommissar Wagner manchmal in den Wahnsinn. Spannend, total sympathisch und mit der wunderbaren Iben Hjejle.

GRÖSSTE VERÄNDERUNG: 
Ich habe mir wieder die Haare kurz geschnitten. Und es bislang nicht eine Sekunde bereut.

SEHR GERÜHRT HAT MICH:
Dieser Text eines amerikanischen Astronauten über die Dinge, die er im Weltall vermisst hat. Die Dokumentation über seine Reise kann man sich hier ansehen. Und dieser unglaubliche Text: „You May Want to Marry My Husband”.

SONST GERNE GELESEN, GEKLICKT UND ANGESCHAUT:
* Diese Geschichte über Anthony Bourdain.
* Das berühmte Kreuzworträtsel der New York Times wird 75 Jahre.
* „Der Unzumutbare” – ein Portät über Maxim Biller.
EIN PS:
Falls jemand von euch gerade in Paris war, und noch einen Tipp hat – schöne Shops, Cafés, Spielplätze, Ausstellungen – ich würde mich wirklich freuen.

UND NOCH EIN PS:
Vermutlich wird hier auf Slomo im April nicht viel passieren. Wir machen wieder einen Haustausch, um einmal kurz Luft zu holen, danach ziehen wir um. Ich melde mich wieder, wenn das Leben nicht ganz so wild ist. Bis dahin habt´s schön! (Und falls ihr zwischendurch ein paar Eindrücke haben wollt: Auf Instagram geht´s auch im April weiter...).

Wie war denn euer März? Hoffe, er hat euch viel Schönes gebracht.

MACHERINNEN: LAURA HUPPERT ÜBER DIE GRÜNDUNG IHRES SCHMUCKLABELS TING GOODS (UND EINE VERLOSUNG!)



Wenn ich etwas Schönes für meine Wohnung oder ein Geschenk für eine Freundin suche, dann gehe ich zuerst zu ting. In ihrem Laden im Berliner Prenzlauer Berg verkauft Inhaberin Laura Huppert ihre Lieblingsfundstücke aus dem nahen Norden und fernen Osten, und ich weiß nicht, wie sie das anstellt, aber sie trifft dabei immer meinen Geschmack. Neu in ihrem Sortiment ist ihre Schmucklinie ting goods. Weil die mir ganz genauso gut gefällt, habe ich Laura gefragt, wie sie es geschafft hat, nun auch noch ein Schmucklabel zu gründen. Und wie ihre Stücke entstehen.

Laura, du betreibst einen meiner absoluten Lieblingsläden: ting. Neuerdings gibt es auch ting goods, deine Schmucklinie. Wie kam es dazu?
Die Idee zu ting goods entstand auf einer der vielen Asien-Reisen, die wir unternehmen, um neue tolle Dinge für ting zu entdecken. Wir waren in Indien unterwegs, in Jaipur, und haben dort zum Glück unsere jetzigen Partner Vipin und Parimal kennengelernt und im ersten Schritt ein paar Schmuckstücke für den Laden gemacht. Wir waren dann so begeistert davon, wie die beiden unsere Ideen in Handarbeiten umsetzen, dass wir einfach Lust hatten, mehr mit ihnen zu arbeiten und zusammen tollen Schmuck zu fairen Bedingungen zu produzieren.

Entwirfst du die Stücke selbst? 
Ja, zumindest im Anfangsstadium sind alle Stücke meine Idee. Da ich selber nicht viel Erfahrungen beim Silberschmieden habe, gibt es aber meistens noch einige Änderungen, wenn wir zusammen in Indien die Musterstücke machen.

Wie beginnst du also?
Ich gehe immer davon aus, was für Schmuck ich selbst mag, und das sind eher schlichte, aber nicht langweilige Sachen, für jeden Tag. Nichts, bei dem man denken muss „Oh, das ist nur etwas für ganz besondere Anlässe”. Im Endeffekt möchte ich unkomplizierten Schmuck für unkomplizierte Frauen machen. 

Wie würdest du den Stil dieses Schmuckes beschreiben?
Unser Schmuck verbindet skandinavischen Minimalismus mit indischem Handwerk. Das bedeutet für mich, dass unsere Formensprache eher schlicht und zurückhaltend ist, dabei aber der handwerkliche Aspekt zu sehen bleibt – kleine Unterschiede und Imperfektionen gehören da dazu. Ich finde es schön, wenn man den Stücken ansieht, dass sie handgemacht sind.

Haben bestimmte Stücke eine besondere Bedeutung für dich?
Letztes Jahr haben wir in Jaipur auf dem Basar wunderbare Glasperlen gefunden, mit denen ich unbedingt etwas machen wollte. Wir haben dann noch ein paar andere Zutaten besorgt und lange Ketten daraus gemacht, die etwas bunter und weniger schlicht sind, als unsere anderen Sachen. Da geht manchmal so ein kleiner Hippie mit mir durch... Dann haben wir gemerkt, dass wir mit unseren ungeübten Händen ewig brauchen zum Auffädeln. Am Ende haben das dann Parimals Frau Kalpana und ihre Freundinnen übernommen, und wir freuen uns, dass so ein kleiner Nebenverdienst für diese Frauen entstanden ist.



Wieso lässt du deinen Schmuck in Indien fertigen?
Wir sind schon immer viel durch Asien gereist und verdanken den Menschen und Orten dort sehr viel. Für uns ist es ein persönliches Bedürfnis, diesem Teil der Welt etwas zurückzugeben, unter anderem in Form von Arbeitsplätzen und fairer Bezahlung. Indien ist ein sehr armes Land und wir finden, dass ein guter Arbeitsplatz dort mindestens so wichtig ist, wenn nicht noch viel existentieller, als hier. Und natürlich spielt es eine Rolle, dass Jaipur eine lange Tradition in der Schmuckherstellung hat und es toll und aufregend ist, mit Leuten zusammenzuarbeiten, die ihr Handwerk verstehen.

Wie läuft die Herstellung ab?
Meist läuft das so ab, dass ich mir hier in Berlin neue Sachen überlege und Vipin dann die ersten Zeichnungen und Maße schicke. Daraufhin schauen sich Vipin und Parimal das an, machen mich auf mögliche Probleme aufmerksam und bereiten erste Muster vor. Dann sind wir einmal im Jahr für ein paar Wochen in Jaipur und arbeiten zusammen weiter an den Mustern, bis die nächste Kollektion steht. Wir arbeiten dort direkt in der Werkstatt, man kann jede Änderung und Idee also sofort ausprobieren, und auf einem Riesenteppich nebendran lassen sich prima unendliche Mengen an Mustern, Steinproben und Zeichnungen ausbreiten. Dabei gibt es Unmengen von Chai und es geht sehr gemütlich zu. Schnelligkeit und Effektivität haben definitiv einen anderen Stellenwert und es tut gut, die Sachen mal recht langsam anzugehen. Wenn dieser Prozess dann beendet ist, übernehmen Vipin und Parimal die Produktion. 

Magst du ein bisschen von den beiden erzählen?
Vipin ist Ende 20 und hat dieses Jahr seine große Liebe aus Schulzeiten geheiratet. Das hat uns riesig gefreut, da es zwischendurch so aussah, als ob es vielleicht kein Happy End geben würde. Die beiden sind aus verschiedenen Kasten und eine Liebesheirat ist immer noch nicht Standard.

Parimal kommt, wie viele Silber- und Goldschmiede in Jaipur, eigentlich aus Kalkutta und lebt zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn in einer Straße in der Altstadt, in der viele Bengalen wohnen. Eine richtige kleine Community mit eigenem Tempel und starkem Zusammenhalt. Einmal im Jahr fahren sie mit dem Zug nach Kalkutta und besuchen ihre Familien dort für einen Monat. Bei der Arbeit schaut er gerne Cricket auf seinem total zerkratztem Handy. Und ohne Nickerchen geht nach dem Mittagessen gar nichts.

Beide finden eigentlich traditionellen indischen Schmuck mit ordentlich viel Schnörkeln und Ornamenten besser und lachen immer ein bisschen, wenn wir da sitzen und etwas gerne noch schlichter hätten oder als fertig deklarieren, ohne dass es irgendeine Art der Verzierung hat. Aber mittlerweile kennen wir gegenseitig unsere Geschmäcker und das macht die Arbeit einfacher und auch noch lustiger.



Was hast du von deinen Reisen nach Indien wieder mit nach Hause gebracht – an Eindrücken, Erfahrungen, Fundstücken?
Ich glaube, das Wichtigste, das ich jedes Mal mitnehme, ist eine große Portion Dankbarkeit dafür, wie gut es mir geht. Dazu kommt das Gefühl der eigenen Lächerlichkeit, wenn ich mich über Kleinigkeiten im Alltag aufrege. Indien rückt alles in Perspektive. Und dann sind da natürlich noch all die bunten, verrückten, lauten, intensiven Momente und Bilder, die einen fast umhauen. Ganz konkret bringe ich auch immer einen Haufen schöner Schals, Kissenhüllen oder Decken für den Laden mit, denn das Bedrucken von Baumwollstoffen ist eine der anderen Handwerkstraditionen aus der Gegend und viele der Stoffe sind unglaublich schön.

Wie ist deine Liebe zu Asien und Skandinavien eigentlich entstanden? In deinem Laden zeigst du ja deine Lieblingsstücke aus beiden Regionen?
Bei beiden Gegenden gab es immer schon eine gewisse Neugier und Faszination meinerseits, die sich dann auf meinen ersten Reisen ohne Eltern (Interrail in Skandinavien mit 16 – oh, klingt das altmodisch – und eine Reise quer durch Südostasien nach dem Abi) in eine große Liebe zu den Regionen verwandelt haben. Zu den Menschen, dem Essen, dem Alltag, den Gegenständen. Für mich haben beide Gegenden sowohl im Bereich Design, als auch bei den Alltagsobjekten so viel Tolles zu bieten, dass ich noch viele Jahre auf Entdeckungstour gehen möchte. Und in Vietnam habe ich auch meinen Freund Chris getroffen, einen Dänen, der zum Glück sowohl meine Reiseleidenschaft als auch die regionalen Vorlieben teilt.



Wieviele Sprachen sprichst du eigentlich?
Leider nicht so viele, wie ich es schön fände. Dänisch und Englisch so im normalen Leben und dann Radebrechen bei Französisch und Mandarin. Da reicht es immer nur für das Nötigste. Leider gar kein Hindi, was aber insofern unproblematisch ist, dass viele Inder ja gut Englisch sprechen und bis jetzt jedes Mal eine gute Seele geholfen hat, wenn dem nicht so war.

Unser erstes Interview haben wir 2011 gemacht – kurz nach der Eröffnung deines Ladens. Wie ist es dir seither mit deinem Laden ergangen? 
Gut, anders kann man das nicht sagen. Ich freue mich eigentlich jeden Tag auf meine Arbeit, über die Jahre hat ting so viele nette, tolle Kunden angezogen, bei denen ich mich freue, wenn sie in den Laden kommen, dafür bin ich sehr dankbar.

Du hast den Schritt der Ladengründung also nie bereut?
Bereut habe ich es nie. Manchmal gibt es in meinem Freiheitsdrang allerdings Momente, in denen es schwierig ist, einen Laden mit festen Öffnungszeiten zu haben. Das ist auch eine Verpflichtung – aber dafür habe und hatte ich immer tolle Mitarbeiterinnen, die den Laden auch schmeißen können, wenn ich nicht da bin. Ich kann also immer noch in der Welt herumreisen.

Falls ihr jetzt auch gerne ein Stück aus dieser Kollektion hättet: Unter allen Kommentaren verlose ich eine Circle Dot-Kette in Silber, wenn ihr mir bis zum 2. April um 20 Uhr schreibt, was euer Leben gerade ein bisschen schöner macht. Bitte keine Email-Adresse hinterlassen, sondern einfach gucken, wer gewonnen hat. Viel Glück!

ting, Rykestraße 41, 10405 Berlin, Email: hello@ting-shop.com. Und die ting goods sind hier zu finden.

Alle Fotos: ting.

***

Danke für all eure schönen Kommentare, ich habe sie so gerne gelesen! Gewonnen hat Katja mit ihrem Kommentar vom 29. März (11:03 Uhr). Liebe Katja, herzlichen Glückwunsch! Schreibst du mir eine Email an postanslomo(at)gmail(dot)com mit deiner Adresse? Vielen Dank.
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EIN SONG, DEN ICH GERADE SEHR MAG




Wahrscheinlich bin ich der letzte Mensch auf diesem Planeten, der die Band Milky Chance entdeckt, aber besser spät, als nie – und seither: ständig. Dieser Song. Die erste CD. Die zweite (gerade erschienen) auch. Hilft gegen Grippe-Blues. Und zu lange To-do-Listen. Und klingt nach Sommerferien.

Hier ist ihre Website. Hier ein Video über die Geschichte der Band. Und hier der offizielle Youtube-Kanal mit noch mehr Videos (und Kommentaren zu ihren Songs, schöne Idee). 

WELCHE NEWSLETTER HABT IHR ABONNIERT?


Das mit den Newslettern ist neu für mich. In den letzten Jahren hatte ich nur wenige abonniert, weil mein Mail-Eingang mich so schon des Öfteren überfordert. Dann bin ich doch auf den Geschmack gekommen. Mittlerweile lasse ich mich von vielen ganz unterschiedlichen Newslettern fluten. Wenn ich keine Zeit oder Lust habe, überfliege ich sie bloß oder lösche sie gleich. Aber jedes Mal, wenn ich sie lese, nehme ich etwas mit – ein Rezept, einen Link, einen Tipp, eine Geschichte. Ich mag, wie viele Leute es da draußen gibt, die gut im Entdecken sind und ihre Fundstücke großzügig teilen. Ich mag es, nach ein paar Wochen eine recht genaue Ahnung davon zu haben, wie jemand tickt, worauf er anspringt und wie er das Internet-Durcheinander für Leser sortiert. Und ich mag es, wie oft ich von Newslettern überrascht, klüger gemacht und informiert werde. Hier sind meine zehn Lieblinge:

1) Bon Appétit
Eigentlich darf man diesen Newsletter gar nicht empfehlen, denn sobald man ihn öffnet, beginnt auch schon der Magen zu knurren. Keine Überraschung bei diesem so unfassbar guten Food-Magazin (ich finde ja: dem besten, das es gibt), aber jeden Tag eine Freude. Hier zu abonnieren.

2) New York Times Cooking
Wenn wir schon beim Thema Essen sind: Diesen Newsletter liebe ich, weil er die besten Rezepte und Features der New-York-Times-Food-Seiten zusammenfasst (um zu sehen, wie gut die sind, muss man sich nur „The New Essentials of French Cooking” ansehen). Und für Sam Sifton, der ihn mit so viel Herzblut und Kenntnisreichtum schreibt. Übrigens auch sehr empfehlenswert: die anderen Newsletter der New York Times wie „Your Weekend Briefing”, „What We´re Reading" oder „The New York Times Magazine”. Allesamt hier zu bekommen.

3) Cee Cee
Richtig gute Berlin-Tipps: Cafés, Shops, Restaurants, Events. Mit jeder Ausgabe wird die Liste all der Dinge, die ich ansehen und ausprobieren möchte, länger. Bitte hier entlang.

4) Aeon
Auf der Website des Online-Magazins Aeon finden sich Essays und Videos zu Themen, von denen ich sonst nie gehört oder gelesen hätte. Wie „Intelligence: a history” zum Beispiel. Oder: „Why do we get goosebumps?”. Dieser Newsletter fasst die interessantesten Geschichten zusammen. Wer mag, kann sich die Essays auch vorlesen lassen. Hier zu finden.

5) Inside Trump
„Digging into the Trump Presidency, issue by issue.” Alles über die Lage im Weißen Haus. Auch wenn das Lesen manchmal schwer auszuhalten ist. Hier zu kriegen.

6) theSkimm
Ein smarter Newsletter über alles, was gerade Thema ist – kurz zusammengefasst. Oder wie die Macherinnen selbst sagen: „There is a lot of stuff in the world. It´s confusing. theSkimm is here to make it easier to know what´s up.” Hier zu abonnieren.

7) The Ann Friedman Weekly
Der Newsletter der freien Journalistin Ann Friedman, die auch Kolumnistin für das New York Magazine ist. Freitags schickt sie ihre Leseliste der Woche, unfassbar lustige GIFs und was immer ihr sonst noch auf- oder einfällt – und das ist immer interessant und oft sehr lustig. Hier zu bestellen. (Und das sollte man wirklich tun).

8) Reportagen fm – die Wochenauswahl
Die besten Reportagen der Woche aus deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften versammelt der Newsletter von Reportagen fm am Freitagmittag. Jede Woche entdecke ich hier Geschichten, die mich staunen, zweifeln, lächeln lassen. Wirklich toll. Und hier zu kriegen.

9) Brain Pickings – An inventory of the meaningful life
Die Autorin Maria Popova schreibt in ihrem unfassbar aufwendig recherchierten Newsletter über die Dinge, die sie gerade bewegen: Brain Pickings is my one-woman labor of love – a subjective lens on what matters in the world and why. Mostly, it´s a record of my own becoming as a person – intellectually, creatively, spiritually – and an inquiry into how to live and what it means to lead a good life.” Hier kann man sich ein Interview mit ihr anhören. Hier kann man nachlesen, welche zehn Dinge sie in den letzten zehn Jahren mit Brain Pickings gelernt hat. Und hier kann man sich für ihren Newsletter eintragen.

10) My little Paris – Live like a Parisienne
Der albernste und charmanteste Newsletter, den ich bestellt habe. Ich mag ihn, weil er mir immer gute Laune macht – schon die Themen: „How to (Not) Smile in Photos” („Say Bleu!”). Oder: „Coffee, croissant and 3 Sunday morning reads”. Oder: „Who´s Your Parisian Alter Ego”. Hier kann man le quiz machen. Und hier „My little Paris” bekommen.

Welche Newsletter habt ihr denn abonniert?
Habt ein schönes Wochenende.

MIT KINDERN KOCHEN:
SUPEREINFACHE UND LECKERE PIZZA-SCHNECKEN


Letzte Woche hat Fanny in der Schule gelernt, wie man Pizzaschnecken macht. Und weil sie (und ihre Freundinnen) die so unheimlich lecker fanden, hat sie mir gestern gezeigt, wie man sie zubereitet. 




FÜR ZWEI BLECHE PIZZASCHNECKEN BRAUCHT MAN:

* 1 rote Paprika
* ein paar Scheiben Salami
* 2 Packungen Pizzateig
* 1 Glas Tomatensoße
* Röstzwiebeln
* 1 Tüte geriebenen Pizzakäse

1) Den Ofen auf 220°C Ober/ Unterhitze vorheizen.

2) Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

3) Die Paprika in kleine Würfel schneiden.



4) Die Salami in kleine Würfel schneiden.

5) Den Teig auf einem großen Brett ausrollen und mit Tomatensoße bestreichen.


6) Mit der klein geschnittenen Paprika, der Salami und den Röstzwiebeln belegen. Die Ecken nicht vergessen. Zum Schluss mit ein wenig Käse bestreuen. (Es soll noch Käse übrig bleiben).



7) Den Teig zu einer Wurst aufrollen. Die Wurst in ca. 2 cm große Scheiben schneiden.


8) Die einzelnen Scheiben vorsichtig auf das Backblech legen und mit den Fingern ein bisschen platt drücken.


9) Mit ein wenig Extrakäse bestreuen.



10) Angucken, wie toll das geworden ist.


11) Im Ofen für ca. 10 Minuten goldbraun backen. In der Zwischenzeit das zweite Blech vorbereiten.

12) Ein wenig abkühlen lassen und auffuttern.


Wir haben zum Mittagessen nur ein Blech gegessen. Die restlichen Schnecken haben wir als Stärkung mit zum Schwimmen genommen. Sie sind aber natürlich auch ein toller Snack für Kindergeburtstage, Kita-Feste oder ein Picknick, denn kalt schmecken sie genauso gut wie warm. Vielleicht ist das ja auch etwas für euch und eure Kinder...

Kommt gut in die Woche!

DER FEBRUAR 2017 (UND WAS IHN GUT GEMACHT HAT)


LEBEN
Der Februar war anstrengend. Und hat mich müde gemacht. Immer einer krank, immer etwas los, dazu viel Schlaflosigkeit und Winterschwere. Geholfen haben die guten Momente. Denn die waren richtig gut. Der Vormittag, an dem wir den Mietvertrag unterschrieben. Und der Nachmittag, als ich mit einer Freundin Kaiserschmarren essen war, ordentlich karamellisiert und mit Zwetschgenröster. Marlenes traditionelles Weihnachtsessen im Februar. Und Hedi war einfach dabei und saß mal auf dem einen, mal auf dem anderen Schoß und dann wieder bei mir. Und am Ende gab es Milchreis mit heißen Kirschen.

FRAGEN
Wie müde kann man sein? Wächst einem mit zunehmendem Training eigentlich auch die Lust aufs Sport machen – oder bleibt das ein ewiges sich überwinden müssen? Wo ist der Frühling? Wieso trägt sie schon Windelgröße drei? Hört das Ziepen über diese kleinen Abschiede jemals auf? Wieviel Liebe passt in ein Herz? Wie kann man gleichzeitig so verdammt glücklich und alle sein?

MOMENTE
Der Abend, als ich auf gar keinen Fall in die Küche gehen und gucken durfte, nicht mal ein bisschen, und Fanny, als ich endlich reingehen durfte, eine Picknickdecke auf den Küchenboden gelegt hatte. Darauf all die Leckereien, die wir am Nachmittag nach meinem Zahnarztbesuch gekauft hatten – ein Brot, Käse, ein paar Oliven – Zuhausepicknick. Der Spaziergang über den Markt. Wir waren ewig nicht mehr da, und weil der Himmel so grau war, war es nicht so voll wie sonst. Wir mussten nicht einmal anstehen für unsere Crêpes. Zum Nachtisch gab es eine Tüte Lakritze und einen Blumenstrauß, der tut, als wäre schon Frühling. Und: Dieser eine Abend, als Fanny fragte, was der Moonwalk ist, und wir ihr ein Video von Michael Jackson zeigten und dann immer mehr Videos ansahen und mittanzten, Phoenix, James BrownElton John. (Wie ich diesen Song liebe). 


ENTDECKUNGEN
Diese Großmama und ihre Fotos.
Dieser Song, der Babys glücklich machen soll, und tatsächlich: Hedi liebt ihn und lacht jedes Mal, wenn ich ihn anstelle. Und ich hatte drei Tage lang einen Ohrwurm. 
* Beeindruckend: Das Atavist Magazine.
„Gebt mir viel Zeit und viel Butter.” Wie man ein Spiegelei brät. 
50 Random Acts of Kindness.
* „Eat your Sugar" – die neue Kolumne von Yotam Ottolenghi: „But it´s not the sugar I´m addicted to. Rather, it´s the comfort, surprise and delight that dessert, or any food, can bring, that ideal match of the right dish and the right moment.
* Oh, Adele.
* „I was the Queen of French fashion. Then came the guillotine.” Joan Juliet Buck über ihre Zeit als Chefredakteurin bei der französischen Vogue. 
* Natas aus der Bekarei. Machen einen Tag so viel besser.
* Dieses Video.
* „The Original 1958 Sketches for the Peace Symbol”.

Und ihr so?

EINE NEUE KÜCHE – ABER WAS FÜR EINE?










Wir haben tatsächlich die Wohnung bekommen, auf die wir uns schon so lange beworben hatten. Ich freue mich so sehr. Auch weil wir uns zum ersten Mal eine Küche einrichten können. Die Frage ist nur: was für eine? Zwei Ideen gefallen mir gut: eine weiße Küche mit schwarzen Wänden (vielleicht nicht überall, aber mal so als Idee). Oder eine schwarze Küche mit weißen Wänden. Was meint ihr? Eins oder zwei? Und habt ihr Erfahrungen mit schwarzen Küchen oder schwarzen Wänden? Ich freue mich über eure Tipps. Habt einen schönen Tag.

Fotos 1, 2, 5, 6: Royal Roulotte. Fotos 3 und 4: Fantastic Frank. Fotos 7 und 8: Nooks.

FREITAGABEND-SCHLOTZFEST: KÄSE-NACHOS MIT MANGO-SALSA, TOMATEN-SALSA UND GUACAMOLE


Freitagabend, wenn die Woche endlich vorbei ist, machen wir ein Schlotzfest. Ich weiß nicht mehr, wer sich dieses Wort ausgedacht hat, der Sinn der Sache ist dafür umso klarer: Wir essen unendlich viel glücklich machendes Essen, dann noch ein bisschen mehr und anschließend Unmengen Eis. Meistens als Picknick auf unserem Riesensofa. Manchmal machen wir uns Burger, manchmal Club-Sandwiches, seit einer Weile auch diese Käse-Nachos. Mit Mango-Salsa, Tomaten-Salsa, Guacamole und Saurer Sahne. Schmeckt gut. Tut gut. Ich freue mich schon Montagmorgen auf diesen Abend. Hier sind die Rezepte, die für zwei Erwachsene und ein Kind reichen. Sie sind alle eher Ausgangspunkte: wer mehr oder weniger Käse mag, variiert die Menge entsprechend. Wer es schärfer mag (denn diese Rezepte sind allesamt kinderfreundlich und deshalb ganz ohne Schärfe) kann nach Geschmack Chillies ergänzen. Oder mehr Koriander.



MANGO-SALSA

Zutaten für eine größere Schüssel
1 reife Mango, kleingeschnitten
1 rote Paprika, kleingeschnitten
1/2 rote Zwiebel, kleingeschnitten
1 Handvoll frischer Koriander, kleingeschnitten
Saft von einer halben Limette
Olivenöl (ca. 2 EL)
Salz nach Geschmack

Alle Zutaten in einer Schüssel vermischen.
10 Minuten ziehen lassen, dann noch einmal mit Limettensaft, Olivenöl und Salz abschmecken.


TOMATEN-SALSA

Zutaten für eine größere Schüssel
4 reife Tomaten
1/2 rote Zwiebel, kleingeschnitten
ein paar Spritzer Limettensaft
Salz und Pfeffer
1 Handvoll frischer Koriander, kleingeschnitten

Die Tomaten entkernen und kleinschneiden.
Zusammen mit den Zwiebeln in eine Schüssel geben und gut vermischen.
Mit Limettensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.
Den gehackten Koriander untermischen.



GUACAMOLE

Zutaten für eine größere Schüssel
3 reife Avocados
1/2 rote Zwiebel, kleingeschnitten
4 Cherrytomaten, kleingeschnitten
1 Handvoll frischer Koriander, kleingeschnitten
Limettensaft
Salz und Pfeffer

Die Avocados halbieren, den Kern entfernen, das Fleisch mit einem Esslöffel aus der Schale lösen und in eine Schüssel geben. Mit einer Gabel zerdrücken.
Die Zwiebeln, die Tomaten und den Koriander unterrühren.
Mit Limettensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.



KÄSE-NACHOS

Zutaten für eine Auflaufform
1 Tüte Tortilla-Chips
1 kleine Dose Mais
Geriebener Käse (ich habe 200 Gramm Cheddar genommen, man kann aber auch anderen Käse nehmen)
Saure Sahne

Den Ofen auf 200°C vorheizen.
Eine ordentliche Portion Chips in einer Auflaufform verteilen.
Die Hälfte des Maises (nach Geschmack auch mehr) darauf verteilen. Den restlichen Mais gibt es bei uns als Extra-Beilage.
Mit dem geriebenen Käse bestreuen.
Für ca. 5 Minuten im Ofen backen bis der Käse geschmolzen ist.

Nach Geschmack mit der Mango- oder Tomatensalsa (oder beidem) belegen. Dazu gibt es Saure Sahne und Guacamole.

Kommt gut ins Wochenende!

DER JANUAR 2017 (UND WAS IHN GUT GEMACHT HAT)


LEBEN
Für einen Januar war der Januar gut. Ich habe sogar ein bisschen was geschafft. Angefangen, die Wohnung von ihrem Chaos zu befreien (irre, wie schnell man immer versumpft). Und angefangen, Sport zu machen (noch einmal das Shred-Programm mit Jillian Michaels). Weihnachten in den Keller gebracht und überall frische Blumen hingestellt. Meine neue Tasche ausgeführt. Für zwei Freundinnen gekocht. Was unglaublich schön war. Mir vorgenommen, so etwas viel öfter zu machen. Unseren Urlaub für dieses Jahr klargemacht. Wieder ein Paris-Haustausch. Und Amsterdam, mit dem Paar, das wir so mochten. 

FRAGEN
Kriegen wir die Wohnung, in die wir so gerne umziehen würden? Ist es überhaupt eine gute Idee umzuziehen? Ist noch Eis da? Wie kann man bloß so gut riechen? Und wieso kann man sich Gerüche eigentlich nicht aufheben? Willst du nicht noch ein bisschen schlafen? 

MOMENTE
Diese Ananas, die ich mir nach einer sehr schlaflosen Nacht gekauft hatte, noch nie habe ich so eine Ananas gegessen. So gut, dass ich noch zwei Wochen später an sie denke und mich frage, wie man eine Ananas so beschreibt, dass sie klingt, wie sie geschmeckt hat. Wenn ich fertig bin mit dem Sport und Fanny zur Tür rennt und auf meiner Shred-Liste wieder einen Tag durchstreicht und „supasupa” darüber schreibt. Ich bin noch nicht einmal halb fertig mit diesem Programm, aber der Zettel ist schon fast voll mit „supasupas”. Freitagabend im Bett zu liegen und Eis zu essen und irgendwann schmilzt das Vanilleeis auf der rechten Becherseite zu einem Vanilleshake, das Schokoeis daneben bleibt merkwürdigerweise immer fester, ist dann aber so weich, dass man es ohne jede Anstrengung einfach rauslöffeln kann, und dann ergibt das Schokoladeneis mit Schokoladenstückchen und Vanilleshake und Karamell. 

ENTDECKUNGEN
„Kitchen Impossible” mit Tim Mälzer, zum ersten Mal geguckt und sehr gemocht. Diese Geschichte über die kleinen Momente des Elternseins, die so groß sind: „An unexpectedly beautiful view of fatherhood, from the bathroom floor”. Diese Fotos von Pete Souza, Fotograf im Weißen Haus unter Barack Obama. „The true, correct story of what happened at Donald Trump´s inauguration”. Diese Liebesgeschichte ohne Happy-End (ach, Mann). Diese Grapefruit. „20 habits that changed readers´lives”. „The Ambition Interviews”. Diese App, mit der ich die Dinge ordne, die ich zu erledigen habe und auf der ich mir alles notiere, was ich sonst innerhalb von drei Sekunden wieder vergessen würde. Dieser Lehrer und seine Begrüßung. Die kleine Fragerunde, die wir seit ein paar Tagen immer beim Abendbrot machen (ich hatte hier davon gelesen): Was war heute so richtig schön? Was war heute nicht so toll? Worauf freust du dich morgen? Was für Geschichten dabei manchmal angespült werden.

Wie seid ihr in dieses Jahr gekommen? Ich hoffe, der Januar war gut zu euch.
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DREI MONATE ZU VIERT


Ihr Blick, wenn sie zweieinhalb Minuten gedöst hat und dann aufwacht, als hätte sie die letzten 16 Stunden in einem Boxspringbett geschlafen. Ihre Augen leuchten, dann gluckst sie. Und ich möchte verzweifeln und verzweifle auch ein bisschen, weil ich so müde bin und noch 37 Dinge erledigen müsste und bin doch glücklich, von oben bis unten, wie Fanny immer sagt. Weil sie sie ist. Weil sie da ist. Ach, Hedi.

Und überhaupt: ihr Lachen. Auf wieviele Arten sie jetzt lacht. Wie sie kichert, kiekst, gurrt. Am lautesten, wenn wir so tun, als würden wir schmatzend ihren Bauch aufessen, ganz leise, wenn sie nachts aufwacht und im Fastdunkeln sieht, dass ich noch da bin. 

Und die beiden Mädchen zusammen. Wie Fanny sie knuddelt und im Arm hält, ihr Schlaflieder vorsingt, sie wickelt, außer wenn es eine krasse Windel ist. Es ist immer noch schwer für sie, morgens aufzuwachen, an die neue Schulzeit haben wir uns auch nach einem halben Jahr noch nicht gewöhnt, aber egal, wie morgenmüde sie ist, immer geht sie noch an Hedis Bett und gibt ihr einen Kuss. Und dann noch einen. Ich versuche immer, ihre Blicke zu fotografieren, aber die Bilder zeigen nie, wie es wirklich ist. Die Freude, mit der sie einander ansehen, und die Vertrautheit, Fannys Stolz, ihre Zärtlichkeit, ihre Spiele. Dinge, auf die ich nie kommen würde, und die ganz allein ihnen beiden gehören, Ohrenküsse, Nasenschlecker, Fußpupse. Und dann gluckst sie los und strahlt ihre große Schwester an, und ich muss weggucken, weil mein Herz das nicht aushält, und gucke natürlich trotzdem hin. 

Und die Müdigkeit. Ich wusste, was mich erwartet, und hatte doch nicht damit gerechnet, aber da ist sie wieder, diese Müdigkeit, die einem in die Knochen kriecht und in den Kopf und manchmal auch ins Herz. Eine Müdigkeit, die nicht nur mit mangelndem Schlaf zu tun hat, sondern auch damit, was für ein Dauerlauf dieses neue Leben an manchen Tagen ist. Dann versuche ich, nicht so angefasst zu sein, wie ich mich fühle, und darüber zu lachen, dass ich drei Stunden brauche, um mir ein Brot zu schmieren, an manchen Tagen gelingt es mir sogar. Und trotzdem ist da eine Wachheit gerade. Eine Neugier aufs Leben, auf ihres, unseres, meines. Ich habe in den letzten vier Wochen mehr Pläne geschmiedet, als im ganzen letzten Jahr. Als hätte jemand einen Vorhang zur Seite gezogen, guck mal, das alles ist dein Leben, und all das könnte es noch sein, ist das nicht schön? 

Und die Gelassenheit, die plötzlich auch da ist. Manches, über das ich mich vor einem halben Jahr noch tierisch geärgert hätte, ist plötzlich nur noch nervig und dann auch schnell abgehakt. Weil ich keine Lust habe, mich von Blödsinnigkeiten ärgern zu lassen, nicht jetzt. 

Und die Dankbarkeit. Immer wieder und in den merkwürdigsten Momenten: einfach bloß riesengroße Dankbarkeit. Und riesengroßes Staunen. Wie irre sich die Natur uns Menschen ausgedacht hat, plötzlich ist da ein Sinn für Humor, plötzlich sind da Haare, plötzlich ist da Sprache, ein Örrrööö und ein Raaagaaa

Und wie vertraut sich das Zuviertsein anfühlt. Es ist erst drei Monate her, dass wir zu dritt waren, sechs Jahre lang, und ich kann mich nicht mehr so richtig daran erinnern, wie das war, als sie noch nicht da war. Wie ich mir nicht mehr vorstellen kann, dass wir jahrelang zu zweit waren, nur wir beide. Da ist schon so viel Selbstverständlichkeit. Und Bandenverschworenheit. 

Und dieses komische Alarmiertsein ständig. Irgendetwas in mir spürt, wenn sie nachts die Augen öffnet. Dann liegt sie da, ganz still, und blinzelt in die Nacht, und ich liege neben ihr, und dann blinzeln wir uns beide an, und sie lacht schon wieder. Schläft sie mal länger, wache ich von ihren Nicht-Geräuschen auf und weil es so still ist und ich lieber doch mal eben gucken will, ob alles in Ordnung ist.

Und das Rumschwärmen. Schau doch mal, ihr Daumen, dieser winzigkleine Daumen. Obwohl wir ihn ja alle sehen. Aber es ist so schön, es auszusprechen und zu teilen. Alles an ihr zu beschwärmen. Unsere Kosenamensammlung noch ein wenig zu erweitern, Hedchen, Hedilette, Hedita, Fräulein Knöterig, Sönnchen. Aber so darf nur Fanny sie nennen, diesen Namen hat sie sich ausgedacht, manchmal darf ich ihn mir ausleihen, aber ich muss vorher immer fragen. 

Und das Symbiotischsein. Ihr Bett zu sein, ihr Kängurubeutel, ihre Wärmflasche.

Und all die Winzigkeiten von ihr zu kennen. Wie sie klingt, wenn sie hungrig ist. Wie sie klingt, wenn sie sehr hungrig ist. Wie sie klingt, wenn sie müde ist, aber nicht schlafen will. Wie sie klingt, wenn sie wach ist und Lust auf Blödsinn hat.

Und das Vernarrtsein. Diese Speckbacken, diese Stupsnase, diese Kräusellippe, diese Weichheit, diese Duftigkeit.

Und der Wert, den Zeit plötzlich bekommt. Vor ein paar Tagen bin ich aus dem Schlafzimmer gerannt, als sie endlich eingeschlafen war, und dann voll gegen den Türrahmen geknallt, bloß weil ich schon wieder so viel machen wollte. 

Und die komischen Dates, die wir jetzt wieder haben und die eigentlich bloß darin bestehen, halbwegs wach, sehr wortkarg und eislöffelnd eine Folge „Designated Survivor” zu gucken, was unromantisch klingt, aber irre schön ist, schon weil ich mit keinem Menschen lieber wortkarg eislöffle als mit ihm. 

Und das Gefühl, ihm beim Vatersein zuzusehen. 

Und die Angst, die plötzlich wieder da ist. Um sie, um uns, davor, dass etwas passieren könnte, auch vor dieser verrückten Welt, die ich gerade so wenig verstehe, und jeden Tag noch ein bisschen weniger. 

Und die Angst, die plötzlich nicht mehr da ist. Dieses Mal frage ich mich nicht, ob ich eine gute Mutter bin. Es ist mir wurscht, ob ich das perfekt mache oder okay, weil es okay ist, okay zu sein. Dieses Mal fühle ich mich nicht so einsam wie in den ersten Monaten mit Fanny. Dieses Mal sage ich schneller, was ich brauche und wann ich es brauche. Dieses Mal frage ich mich nicht, wie das alles geht. Und wenn ich nicht weiterweiß, weiß ich wenigstens, dass auch die harten Tage ein Ende haben. Was mich natürlich nicht daran hindert, die harten Tage echt hart zu finden. Die Tage, an denen mir das Müdesein weh tut und der Rücken und die Pausenlosigkeit. Und Fanny dann von der Schule kommt und ich versuche, sie zu trösten, weil ihr Tag und ein Mädchen gemein zu ihr waren, und sie ihre Lieblingsplaymobilfigur nicht wiederfindet und es nicht schafft, ein schönes Pferd zu malen, obwohl ich ja finde, dass ihr Pferd total schön aussieht, was das Ganze noch viel schlimmer macht, weil ich nicht kapiere, wie total doofdoofdoof dieses Pferd ist, und schon kriecht sie unter ihr Bett und weint ganz bitterlich und kippt mit dem Fuß aus Versehen die Schüssel mit dem Brausebrei um, den sie gerade aufwendig zusammengerührt hat, und ich komme nicht an sie ran, weil ich mir Hedi umgebunden habe, die dann auch anfängt zu weinen, obwohl sie nach zwei Stunden durch die Wohnung tragen gerade eingeschlafen war, und ich würde gerne mitheulen, wenn wir schon mal dabei sind, aber mein Fuß klebt gerade auf der Erde fest. 

Und dann liegen wir auf unserem Bett und ich hab Hedi im einen Arm und Fanny im anderen, und er liegt daneben und protestiert, dass sein Arm ja ganz leer sei, und jeder sagt etwas, und meistens alle gleichzeitig, und Hedi örööööt und alles ist richtig, wieder so richtig.

GLOTZEN UND FUTTERN:
EIN SERIEN-GUIDE FÜR DUNKLE TAGE



Ich weiß nicht, wie es euch gerade geht, ich könnte nur im Bett liegen, Serien glotzen und essen. Deshalb kommen hier ein paar meiner Lieblingsserien der letzten Monate und Rezepte, die zu ihnen passen. Vielleicht ist ja auch etwas für euch dabei…



„Call the Midwife – Der Ruf des Lebens” (Netflix)

Worum geht´s? Um eine Gruppe von Hebammen, die Ende der 50er-Jahre zusammen mit einer Gruppe von Nonnen im Nonnatus-Kloster lebt. Sie versorgen die schwangeren Frauen im Londoner East End und helfen ihnen bei ihren Geburten. Gut zu tun haben sie aber auch mit sich selbst.

Warum ich diese Serie so mag: Weil „Call the Midwife” die Wärmflasche unter den Serien ist. Die Geschichten sind mal brüllkomisch und mal todtraurig, machen einen aber immer weltversöhnter. Und weil man die Hebammen mit jeder Folge noch ein bisschen lieber mag. Chummy mit ihrem Riesenherz zum Beispiel. Und Schwester Evangelina mit ihrer Riesenklappe.

Dazu gibt´s: Etwas Wärmendes. Linsensuppe mit Zitrone.




„Happy Valley” (Netflix)

Worum geht´s? Um eine Kleinstadt-Polizistin aus West Yorkshire, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, den Mann wieder hinter Gitter zu bringen, den sie für den Selbstmord ihrer Tochter verantwortlich macht.

Warum ich diese Serie so mag: Weil sie den Menschen dieser Kleinstadt unter die Haut kriecht. Man beginnt, ihre Ängste zu verstehen, ihre Wut, ihre Hoffnungslosigkeit, ihre Sehnsüchte. Und man kann nicht abschalten, obwohl „Happy Valley” düster und schonungslos ist. Und trotzdem berührt. Sehr sogar.

Dazu gibt´s: Nervennahrung. Nachos mit Hühnchen.



„Good Girls Revolt” (Amazon Prime)

Worum geht´s? Die Redaktion eines Nachrichtenmagazins Ende der 60er-Jahre. Die Frauen recherchieren, führen Interviews, schreiben Texte, die Männer veröffentlichen sie unter ihrem Namen. Arbeit gibt´s viel, Respekt gibt es keinen. Bis sich die Reporterinnen verbünden, um gegen das Magazin zu klagen.

Warum ich diese Serie so mag: Weil es toll ist, diesen Frauen beim Wachsen und Mutigwerden zuzusehen und dabei, wie sie für ihre Rechte kämpfen. Und weil die Geschichte auf den Memoiren von Lynn Povich basiert, die 1970 zusammen mit 45 anderen Journalistinnen das Magazin Newsweek verklagte, um für die Gleichstellung von Frauen in der Redaktion zu kämpfen. Mit Erfolg.

Dazu gibt´s: Powerfood: Spaghetti mit Avocado-Pesto. 



„The Affair” (Amazon Prime)

Worum geht´s? Um die Affäre von Alison, einer Kellnerin in Montauk, und Noah, einem Lehrer und Schriftsteller aus Brooklyn.

Warum ich diese Serie so mag: Weil sie so außergewöhnlich und gut gemacht ist, denn die Geschichte der beiden wird doppelt erzählt. Einmal aus der Perspektive von Noah, dann aus der von Alison. Manchmal stimmen beide Versionen überein, manchmal unterscheiden sie sich ein wenig oder sehr. Und erzählen so auch immer davon, wie unterschiedlich wir Beziehungen, Situationen und Menschen wahrnehmen und wie Erinnerungen von dem eingefärbt sind, was wir glauben (wollen).

Dazu gibt´s: Schokoladenkuchen.



„The Crown” (Netflix)

Worum geht´s? Um Elisabeth II. und wie es dazu kam, dass sie 1952 mit 26 Jahren den Thron bestieg. Von diesem Tag an zählt nur noch die Pflicht. Und die Krone.

Warum ich diese Serie so mag: Ehrlich gesagt war das hier eher Liebe auf den zweiten Blick. Die ersten drei Folgen haben mich überhaupt nicht gekriegt. Was ich gar nicht mehr verstehen kann, denn als ich letzte Woche noch einmal von vorne angefangen habe, fand ich „The Crown” sehr fesselnd und lehrreich (komisches Wort, trifft hier aber wirklich zu). Tolle Schauspieler, tolle Dialoge, tolle Ausstattung. Perfekt für einen regnerischen Sonntagnachmittag.

Dazu gibt´s: Tee, Scones und Gurkensandwiches.



„The Returned” (Netflix)

Worum geht´s? In eine französische Kleinstadt in den Bergen kehren Menschen zurück, die schon tot sind: ein Mädchen, das bei einem Busunfall ums Leben gekommen ist, ein junger Mann, der am Tag vor seiner Hochzeit überfahren worden ist, ein Junge, der 35 Jahre zuvor erschossen worden ist. Plötzlich sind sie wieder da. Versuchen, wieder in ihr altes Leben hineinzufinden, aber das Leben der Lebenden ist weitergegangen.  

Warum ich diese Serie so mag: Weil sie Fragen stellt, die sonst nie gestellt werden. Wie geht Weiterleben? Wie geht Überleben? Was sind die Lebenden den Toten schuldig? Und was die Toten den Lebenden?

Dazu gibt´s: Trostessen. Das Süßkartoffel-Curry von Yotam Ottolenghi.

Wovon kriegt ihr denn gerade nicht genug? Freu mich über eure Tipps.

Fotos: The Crown/Netflix, The Affair/Amazon Prime Video, Good Girls Revolt/Amazon Prime Video, Happy Valley/Ben Blackall, Netflix.

MACHERINNEN: DORINA HARTMANN
UND MAREN WILL VON MARA MEA IM GESPRÄCH


2016 kam ihre erste Kollektion auf den Markt, nur ein Jahr später verkaufen die beiden Mara Mea-Designerinnen Maren Will (28) und Dorina Hartmann (27) ihre Entwürfe unter anderem nach Frankreich, Finnland und Japan. Ihre Idee: Umstandsmode und Accessoires, die man auch vor und nach einer Schwangerschaft tragen kann. Ein Gespräch über das Finden von Marktlücken und das Glück, den eigenen Traum leben zu können.

Wie kam es zur Gründung eures Labels Mara Mea?

Dorina: Wir haben in Berlin zusammen an der Hochschule für Mode Esmod studiert. Maren hat sich auf Kindermode spezialisiert, ich mich auf Damenmode. Nach der Uni haben wir vier Jahre in verschiedenen Mode- und E-Commerce-Unternehmen gearbeitet. Irgendwann sagte Maren zu mir: „Die Einzige, mit der ich mir vorstellen könnte, etwas zusammen zu machen, bist du. Wollen wir ein Kinderlabel gründen?” Ich sagte: „Mit Kinderlabels habe ich eigentlich gar nichts am Hut.” Wir sind dann aber trotzdem zusammen zur Playtime-Messe nach Paris geflogen, um zu gucken, was es gibt. Da stellten wir fest, dass es zwar schon viele schöne Kinderlabels gibt, aber ganz, ganz wenig für eine Frau, die Mutter wird. Und was es gibt, ist sehr altbacken und im Design fast immer auf das Kind angepasst. Wir wollen die Frau in den Mittelpunkt stellen – für sie designen, nicht für das Baby.

Maren: Angefangen haben wir mit den Wickeltaschen, schlicht weil es da nichts Schönes gab. Später haben wir Mara Mea um Umstandsmode erweitert. Uns ist wichtig, dass man unsere Designs nicht nur in der Schwangerschaft tragen kann, sondern auch davor und danach. Alles, was wir uns ausdenken, soll für mehrere Phasen des Lebens passen. Offenbar funktioniert das: Wir haben auch Kunden, die keine Kinder haben. 

Wie schwer ist es, ein Label zu gründen und davon zu leben?

Maren: Am Anfang wussten wir erst einmal gar nicht, was auf uns zukommt. Wir standen mit unseren Sachen auf einer Messe und uns kannte kein Mensch. Weil wir Tag und Nacht gearbeitet hatten, um alles vorzubereiten und pünktlich in Paris zu sein, hatten wir keine Zeit, vorher Shops zu kontaktieren oder Akquise zu machen. Glücklicherweise konnten wir schon am ersten Tag Bestellungen schreiben. Vielleicht lag es auch daran, dass es im Wickeltaschen- und Umstandsmodenbereich wirklich wenig gibt. Da sticht man einfach heraus.  

Dorina: Wir sind anders. Es gibt keine Marke, der wir ähnlich sind, deshalb konnten wir schnell auffallen. Anfang Februar 2016 haben wir zum ersten Mal ausgeliefert und unseren Onlineshop gestartet. Dann ging es ganz schnell: Nach ein, zwei Tagen schrieben verschiedene Händler, dass die Wickeltaschen bereits verkauft seien. Zwei Wochen später waren wir ausverkauft. Eigentlich sollte der Bestand bis Ende August reichen. Wir haben uns dann entschieden, nachproduzieren zu lassen. Aber auch jetzt sind wir fast schon wieder ausverkauft...

Hat euch das überrascht?

Maren: Wir hatten nicht erwartet, dass sich das so rasant entwickelt. Wir verkaufen bereits in zwölf verschiedene Länder. Heute kam eine Anfrage aus Jordanien. Wenn uns Frauen mailen, wie zufrieden sie mit unseren Sachen sind, ist das die größte Motivation. 

Wie würdet ihr jemandem euer Label beschreiben, der es nicht kennt?

Dorina: Multifunktional, modern, langlebig und farbenfroh. 


Wie entwickelt ihr eure Produkte?

Dorina: Als Grundidee haben wir immer das Reisen. Ferne Kulturen, vermischt mit europäischer Geradlinigkeit. Das spiegelt sich auch in den Schnitten wieder. Alle Designs und Stickereien entwerfen wir selber. Produziert wird in vier verschiedenen Ländern in sechs verschiedenen Produktionsstätten, in Thailand, in Polen, in Portugal und in Indien – da lassen wir zum Beispiel die Stickereien machen. 

Maren: Wir haben uns dabei an Firmen orientiert, mit denen wir auch schon in der Vergangenheit zusammengearbeitet haben und die wir auch vor Ort kennengelernt haben. Deswegen konnten wir auch so schnell starten. Im April haben wir Mara Mea gegründet, im Juli standen wir schon auf der Messe.

Wo soll es für euch in Zukunft hingehen?

Dorina: Ideen haben wir genug. Accessoires natürlich, vielleicht geht es auch in die Kinder-Richtung. Ich könnte mir auch vorstellen,  irgendwann Interior fürs Kinderzimmer zu machen. Man kann sich aber auch verlieren. Deswegen konzentrieren wir uns erst einmal darauf, ein Produkt gut zu machen, bevor wir tausend Sachen gleichzeitig anfangen. 

Was ist euer Bestseller?

Maren: Die Stardust- und New Moon-Wickeltasche. 

Was zeichnet diese Wickeltasche aus?

Dorina: Ihre Multifunktionalität. Es gibt vier Tragevarianten: als Shopper, an den Kinderwagen gehängt, als Rucksack, weil viele Frauen ihr Baby vorne tragen und gerne die Hände frei haben, und als Umhängetasche, denn die Rucksackträger kann man auch komplett abnehmen. Innen ist Platz für Flaschen und Cremes, es gibt ein Laptopfach und ein Feuchtfach, wenn mal etwas nass oder dreckig wird. Es gibt ein Fach für Windeln und Feuchttücher, ein kleines Fach für alles, wo man schnell dran muss, zum Beispiel das Handy, einen Ring für den Schlüssel und eine versteckte Außentasche, an die man schnell herankommt, ohne die ganze Tasche öffnen zu müssen. Nach der Wickelzeit kann man das ganze Innenleben komplett herausnehmen, dann bleiben nur das Laptop- und das kleine Fach übrig. Wobei ich das Innenleben auch im Alltag ohne Kind sehr praktisch finde, zum Beispiel zum Reisen. Die Tasche ist auch gewachst und wasserabweisend, man kann sie wirklich viele Jahre benutzen. 


Wie zeitaufwendig muss man sich eure Arbeit vorstellen?

Dorina: Momentan arbeiten wir sieben Tage die Woche, 16 Stunden am Tag. Das ist schon heftig, aber einfach der Preis, den man zahlt. 

Maren: Momentan bezahlen wir ihn noch gerne, weil wir es so genießen, für unser eigenes Label zu arbeiten. 

Dorina: Und wenn es zu viel wird, bekommt man Feedback von einem Kunden oder Händler, und schon ist die Welt wieder gut. 

Wie funktioniert es, so eng zu zweit zusammenzuarbeiten?

Dorina: Auf jeden Fall viel einfacher, als das alles alleine zu machen. Wir sind echt ein gutes Team und haben uns gut aufeinander eingespielt. Wir kennen die Schwächen des anderen und akzeptieren sie, das hilft.

Maren: Wir sind vom Typ her auch beide eher unkompliziert. Und sehr direkt. Bis jetzt haben wir noch nie so richtig krass gestritten, was erstaunlich ist. Und wenn es Unstimmigkeiten gibt, halten die nicht lange an, weil keiner von uns nachtragend ist. Wir sprechen die Dinge an und aus, raunzen uns auch mal an. Dann ist die Sache aber auch wieder gegessen. Es ist wichtig, dass man die Größe hat, sich entschuldigen zu können. Und die Größe, eine Entschuldigung annehmen zu können.

Dorina: Wir hocken so viele Stunden aufeinander, mehr als Maren mit ihrem Freund – das ist fast wie in einer Ehe. Die letzte SMS schicken wir uns nachts um zwei, die erste um sieben Uhr morgens. Da ist es gut, wenn man dem anderen auch sagen kann, was einen manchmal nervt. 

Maren: Natürlich hilft es auch, dass wir eine ähnliche Arbeitseinstellung haben. Wir denken oft erschreckend gleich. Beim Italiener bestellen wir manchmal in derselben Sekunde exakt das gleiche. Das ist hin und wieder fast gruselig, hat aber den Vorteil, dass wir uns beim Design schnell einig werden. 

Was habt ihr in den letzten Monaten über euch und das Gründen gelernt?

Dorina: Eine ganze Menge. Was uns spontan in den Kopf kommt: Einen kühlen Kopf zu bewahren, mittlerweile über DHL lachen zu können, wenn man fünfmal den gleichen Fall schildert und immer eine andere Auskunft bekommt, scheinbar unlösbare Herausforderungen anzunehmen und erfolgreich zu meistern, viel Ware auf kleinstem Raum unterzubringen und: Handwerker-Skills.

Die Website von Mara Mea findet ihr hier. Die Kosmetiktasche Street Life gibt es hier. Die Wickeltasche Stardust hier. Die Windeltasche Berber Love hier. Und einen Blick in die neue Sommerkollektion hier.

Alle Fotos: Mara Mea.
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